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In der Selbstverteidigung lernt man sich gegen Gewalt zu wehren, doch was geschieht, wenn Du den Täter kennst? Wenige wissen, dass 77 % der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen, den Täter bereits kannten. Des Weiteren erfahren laut Bundeskriminalpolizei jährlich 150.000 Frauen und Männer häusliche Gewalt und geschätzte 600 Jugendliche nehmen sich im Jahr das Leben aufgrund von Mobbing.


Diese Art von Gewalt, im Vergleich zu einem Raubüberfall in der leeren Parkgarage, ist persönlicher Natur und ein Missbrauch von Macht.

Gewalt im sozialen Nahbereich

Wer sich von einem Fremden zu Unrecht behandelt fühlt, dem fällt es oft nicht schwer zur Polizei zu gehen, um eine Anzeige zu erstatten. Man ist wütend und möchte, dass der Gerechtigkeit Geltung gemacht wird. Schwieriger ist es bereits in Fällen der Vergewaltigungen. Viele Frauen und vermutlich noch mehr der betroffenen Männer, melden sich nicht aus Scham oder Angst, dass ihnen nicht geglaubt wird.

Jede Form der Gewalt ist körperlich und emotional schwierig zu bewältigen ist, doch wenn der Täter einem vertraut ist, wird das Leben des Opfers auf den Kopf gestellt. Es scheint unmöglich, dass ein Vertrauter einem auf diese Weise verraten kann. Deshalb werden auch viele dieser Straftaten erst nach Jahren des Missbrauchs gemeldet oder auch nie.

In einer Angstsituation übernimmt die Amygdala, ein Teil des Gehirns, dem bei Angst die Kontrolle über den Körper unterstellt ist, und stellt sich auf Kampf oder Flucht ein. Praktisch heißt das, dass man sich wie vor Angst gelähmt fühlt und oft keine Auswegmöglichkeiten sieht. Opfer dieser Gewalt sehen die Flucht oft als unmöglich und einen Kampf als mit zu großem Schaden verbunden. Im Nachhinein wird manchmal nicht verstanden, weshalb das Opfer die Tat ohne sich zu wehren über sich ergehen ließ, obwohl dieses Phänomen keine Seltenheit darstellt.

Sexuelle Gewalt in der Partnerschaft

Ein Großteil der Vergewaltigungen wird von Partnern, Freunden, Kollegen oder anderen Vertrauenspersonen begangen. Die sexuelle Gewalt wird dabei als Form von Ausbeutung in einem Abhängigkeitsverhältnis verwendet. Diese Delikte haben mehr mit Macht, Unterwerfung und psychischer Gewalt zu tun und wenig bis gar nicht mit sexueller Befriedigung. Das Opfer fühlt sich hilflos gegen die Machtausübung ausgeliefert oder glaubt in manchen Fällen, dass es die Gewalttat verdient hat.

Die sexuelle Gewalttat wird vom Opfer oft gar nicht als Straftat gesehen, da ein Zusammenspiel aus Abhängigkeit, die Liebe zum Täter und eine empfundene eigene Minderwertigkeit, das Opfer an den Täter bindet. Der Gedanke zur Polizei zu gehen liegt fern.

Die häusliche Gewalt

Jeder Mensch hat einen „sozialen Nahraum“, einen geschützten Bereich, in dem man sich sicher und geborgen fühlt. Wird dieser Lebensraum verletzt, so hat das für den Betroffenen tiefe psychische und physische Folgen.

Straftaten, die in diesem privaten Raum begangen werden, sind häufig unbekannt, da Opfer schweigen und Täter unentdeckt bleiben. Das Opfer untertreibt Gewalttaten aus Angst, weitere zu erfahren oder weil es sich oft finanziell vom Täter abhängig sieht.

Die folgenden Entschuldigungen des Täters, lassen das Opfer hoffen, dass sich die Situation in der Zukunft verbessern wird.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Täter grundsätzlich nur durch therapeutische Behandlungen Verhaltensmuster dauerhaft verändern können. Der Täter muss begreifen weshalb seine Handlungen falsch waren und dass er einer anderen Person Unrecht angetan hat. Das ist kein leichter Prozess. Daher ist es für das Opfer wichtig physischen Abstand zum Täter zu gewinnen und die Polizei sobald wie möglich zu kontaktieren.

Mobbing, die Gewalt an Schulen

Mobbing in der Schule und am Arbeitsplatz ist eine traurige Realität. Dabei werden gezielt schwächere und hilflose Personen schikaniert und physisch sowie psychisch attackiert. Die Vergehen sind facettenreich und reichen von verbaler Aggression, Bedrohung und Körperverletzung bis zu Raubdelikten und Erpressung.

Besonders Jugendliche sind überproportional Opfer anderer Jugendlicher und sehen oft keinen Ausweg aus der Schikane. Die einzige Lösung ist für sie nur noch der Suizid. Die Täter sind an Brutalität durch die Medien gewöhnt und aus einem Zuhause, indem Konflikte mit Gewalt gelöst werden. Ihre niedrige Hemmschwelle lässt die Situation schnell außer Kontrolle geraten.

Um Leben zu retten ist es wichtig, die Polizei rechtzeitig einzuschalten, denn in vielen Mobbingfällen können auch rechtliche Verfahren eingeleitet werden.

Was geht im Täter vor?

Eine Frage stellt man sich oft, wenn man sich mit dem Thema der häuslichen Gewalt auseinandersetzt: Wie kann eine Person die eigene Machtposition so ausnutzen? Was geht dabei im Täter vor sich? Das Verhalten des Täters kann nicht entschuldigt werden, doch die internen Prozesse des Täters zu verstehen hilft, zukünftige Gefahrensituation schneller zu entdecken.

Die Täter haben oftmals eine emotionale Störung, die noch aus der Kindheit herrührt, sodass sie keine Empathie empfinden. Zusätzlich haben sie oft nicht gelernt wie sie mit Emotionen umgehen können oder sie verarbeiten sollten. Daher wird das Opfer als der Schuldige gesehen, der diese Gefühle im Täter hervorbringt. Verantwortung für die eigenen Gefühle wird dabei nicht übernommen. Um das eigene Verhalten ändern zu können, muss der Täter eine Lösung auf emotionaler Ebene erfahren.

Wie Du Dich schützen kannst

Wenn Du Wege finden möchtest, Dich vor solchen Übergriffen und Gewalttaten zu schützen, solltest Du folgende Punkte auf jeden Fall beachten:

Häusliche Gewalt

  • Achte darauf in kein unnatürliches Abhängigkeitsverhältnis mit Deinem Partner zu geraten, sodass Du Dich von Freunden entfernst, Deinen Job aufgibst oder die Möglichkeit mit anderen zu kommunizieren verlierst (Handy). Verlangt Dein Partner von Dir diese Dinge ist das ein Warnzeichen.

Sexuelle Gewalt

  • Du darfst an jedem Punkt einer sexuellen Begegnung „Nein“ sagen. Es gibt kein „zu früh“ oder „zu spät“.
  • Vorsicht vor K.O. Tropfen: Nehme in einer Bar oder im Club nur Getränke von der Bedienung entgegen und lasse Dein Glas nicht unbeaufsichtigt. Vereinbare mit Deinen Freunden, aufeinander Acht zu geben

Mobbing

  • Wende Dich an eine Autoritätsperson, um das Mobbing öffentlich bekannt zu machen
  • Suche Hilfe bei Vertrauenspersonen, die sich auf Deine Seite stellen

Bei einer begangenen Straftat ist es immer wichtig sich an die Polizei zu wenden, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten, aber auch die Sicherheit zukünftiger Opfer.

Wenn Du Beratung benötigst als Opfer einer Gewalttat, kannst Du Dich an „Weisser Ring“ (https://weisser-ring.de/) wenden. Die Beratungsstelle ist über Telefon, vor Ort oder auch per Onlineberatung möglich.

In Stolberg bei Aachen werden regelmäßig Selbstverteidigungskurse über einen befreundeten Verein angeboten.

Weitere Infos und Anmeldung unter: stefan@freefight-stolberg.de

Informiert euch über Selbstverteidigung in Stolberg / Aachen:
http://www.ambo-group.com
www.freefight-stolberg.de