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Inhouse-Schulungen · Bundesweit
Deeskalation und Selbstschutz in Kliniken und Notaufnahmen
Zwischen medizinischer Dringlichkeit, Wartezeiten und emotionalen Ausnahmesituationen müssen Teams auch bei bedrohlichem Verhalten handlungsfähig bleiben. Unsere Schulungen verknüpfen frühzeitiges Erkennen, deeskalierende Kommunikation, eindeutige Teamabsprachen und angemessenen Eigenschutz.
Günther Pfeifer
Fachliche Konzeption
Fachdozent für Gewaltprävention, Selbstschutz und Handlungssicherheit. Praxisorientierte Entwicklung der Gladiator Mind Methode.
Früh erkennen. Klar entscheiden. Sicher handeln.
Inhaltsverzeichnis
- Wo die besonderen Gefährdungen entstehen
- Praxisnah üben statt nur darüber sprechen
- Fünf praxisorientierte Schulungsbausteine
- Warum es hier keine Schulung von der Stange gibt
- Gladiator Mind: Selbstführung vor der Handlung
- Die Schulung auf einen Blick
- Arbeitsschutz: Schulung ist ein Baustein, kein Ersatz
- Häufige Fragen zur Inhouse-Schulung
- Fachquellen und weiterführende Informationen
Wo die besonderen Gefährdungen entstehen
Die Arbeit in einer Notaufnahme folgt medizinischen Prioritäten, die für wartende Personen nicht immer nachvollziehbar sind. Schmerzen, Angst, fehlende Informationen und lange Wartezeiten können Spannungen auslösen. Gleichzeitig dürfen Beschäftigte ihre Aufgaben nicht nur auf Konflikte reduzieren: medizinische Versorgung und Arbeitsschutz müssen gemeinsam gedacht werden.
Anmeldung & Wartebereich
Enttäuschung über die Reihenfolge der Behandlung, Ungewissheit und aggressive Wortwechsel erfordern sichere Kommunikations- und Alarmabläufe.
Triage & Versorgung
In der Untersuchung kann Distanz gering sein; Teamkommunikation und frühzeitige Lageänderungen sind deshalb besonders wichtig.
Angehörige & Begleitpersonen
Sorge und Kontrollverlust können zu Grenzüberschreitungen führen. Mitarbeitende benötigen abgestimmte Gesprächs- und Unterstützungsmöglichkeiten.
Psychiatrische Akutsituationen
Individuelle Erkrankungsbilder und akute Belastungen verlangen sorgfältige Einschätzung, fachgerechte Betreuung und interprofessionelles Handeln.
Praxisnah üben statt nur darüber sprechen
Fiktives Trainingsszenario: Eskalation im Wartebereich
Eine Person wartet mit starken Schmerzen in der Notaufnahme. Nach einem zunächst ruhigen Gespräch wird ein Begleiter laut, rückt sehr nah an den Empfangstresen und fordert eine sofortige Behandlung. Die Mitarbeiterin erkennt die Veränderung, benennt sachlich die Grenze, nutzt die vereinbarte Unterstützung im Team und lässt keinen unkontrollierten Zugang zum Behandlungsbereich zu. In der Übung wird anschließend besprochen, welche Formulierungen entlasten, wann Unterstützung nötig ist und welche betrieblichen Meldewege gelten.
Dieses Szenario ist frei konstruiert und dient der Veranschaulichung; es ist kein dokumentierter Kundenfall.
In der gemeinsamen Auswertung geht es nicht darum, perfekte Sätze auswendig zu lernen. Entscheidend sind die Wahrnehmung von Veränderungen, belastbare Teamabsprachen und angemessene Handlungsoptionen.
„Handlungssicherheit zeigt sich nicht darin, was Menschen wissen. Sie zeigt sich darin, was unter Stress noch zuverlässig abrufbar bleibt.“
Fünf praxisorientierte Schulungsbausteine
1. Frühwarnsignale in der Notaufnahme erkennen
Wir üben, Veränderungen von Tonfall, Nähe, Blickverhalten und Gruppenverhalten zu erkennen, ohne aus einzelnen Signalen voreilig auf Gewaltabsicht zu schließen. Dabei wird zwischen emotional belastetem Verhalten und konkreten Bedrohungsindikatoren unterschieden.
2. Gesprächsführung trotz medizinischem Zeitdruck
Beschäftigte trainieren kurze, verständliche Aussagen zur Behandlungsreihenfolge, einheitliche Grenzen und die Übergabe an Kolleginnen oder Kollegen. Ziel ist, Spannung zu reduzieren, ohne medizinisch nicht haltbare Zusagen zu machen.
3. Teamabsprachen, Alarmierung und sichere Distanz
Die Übung berücksichtigt die örtlichen Gegebenheiten: Empfang, Behandlungsraum, Flure, Alarmmöglichkeiten und die Zuständigkeiten im Team. Wir klären, was die Mitarbeitenden selbst leisten können und wann Unterstützung erforderlich ist.
4. Eigensicherung ohne zusätzliche Eskalation
Wir behandeln sichere Positionierung, Bewegungsfreiheit und den verhältnismäßigen Rückzug. Körperliche Elemente werden nur im erforderlichen, abgestimmten Rahmen und unter Beachtung medizinischer und rechtlicher Grenzen trainiert.
5. Nach dem Vorfall: melden und unterstützen
Übergriffe dürfen nicht als normaler Berufsalltag abgetan werden. Teams besprechen Meldewege und kollegiale Unterstützung; medizinische und psychosoziale Nachsorge wird durch die zuständigen Stellen organisiert.
Warum es hier keine Schulung von der Stange gibt
Wir stimmen die Übungen auf Aufnahme, Pflege, ärztlichen Dienst und die jeweiligen Schnittstellen ab. Ein Empfangsteam braucht andere Gesprächsabläufe als Beschäftigte im Untersuchungsraum. Das Training ergänzt technische und organisatorische Schutzmaßnahmen, ersetzt aber weder klinische Handlungsanweisungen noch die betriebliche Gefährdungsbeurteilung.
Vor dem Termin besprechen wir Zielgruppe, typische Konflikte, räumliche Rahmenbedingungen und Lernziele. Im Seminar verbinden wir kurze fachliche Einordnung mit strukturierten Übungssituationen und konkreter Rückmeldung. Eine betriebliche Wirkung kann nur gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort überprüft werden.
Gladiator Mind: Selbstführung vor der Handlung
Unter Druck können Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt sein. Die Gladiator Mind Methode nutzt die bewusste Selbstwahrnehmung und die Einübung einfacher Handlungsfolgen als Ergänzung zur Deeskalation. Sie ist keine medizinische Therapie und ersetzt keine betrieblichen Schutzvorkehrungen.
Im Training wird deshalb nicht nur die äußere Situation betrachtet. Wir besprechen auch die eigene Anspannung, die Wirkung von Sprache und Körperhaltung sowie den Übergang von ruhiger Kommunikation zu einer begründeten Sicherheitsentscheidung.
„Wer im Ernstfall handlungsfähig bleiben soll, muss Handlungssicherheit vor dem Ernstfall entwickeln.“
Die Schulung auf einen Blick
Format
Inhouse in Ihrer Einrichtung oder geeigneten Schulungsräumen
Dauer
In der Regel 1 oder 2 Schulungstage
Gruppe
Empfehlung: 12 bis 15 Teilnehmende
Nachweis
Teilnahmebestätigung mit Schulungsinhalten. Nach vorheriger Abstimmung können geeignete Inhalte als dokumentierte Unterweisung nach § 12 ArbSchG und § 4 DGUV Vorschrift 1 in die betriebliche Arbeitsschutzorganisation eingebunden werden.
Region
Bundesweit
Abstimmung
Trainingsschwerpunkte nach Ihrem Bedarf
Arbeitsschutz: Schulung ist ein Baustein, kein Ersatz
Nach § 5 ArbSchG sind arbeitsbezogene Gefährdungen zu beurteilen. § 12 ArbSchG regelt die Unterweisung. Die Schulungsinhalte können nach Abstimmung Bestandteil einer betriebsbezogenen Unterweisung sein, sofern sie auf Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsaufgabe abgestimmt sind. Die Verantwortung für die Erfüllung der Arbeitgeberpflichten bleibt bei der Organisation.
Kliniken sind nicht allein aufgrund ihrer Bezeichnung automatisch KRITIS-Betreiber. Die jeweilige gesetzliche Einstufung ist gesondert zu prüfen.
Häufige Fragen zur Inhouse-Schulung
Für welche Mitarbeitenden ist die Schulung geeignet?
Für Beschäftigte in Notaufnahme, Anmeldung, Pflege, ärztlichem Dienst und patientennahen Servicebereichen. Die konkreten Übungen werden an Aufgaben und Verantwortung der jeweiligen Gruppe angepasst.
Wie lange dauert die Schulung?
In der Regel ein oder zwei Tage. Die Dauer richtet sich nach dem betrieblichen Bedarf, dem Übungsanteil und der Anzahl der behandelten Situationen.
Können Übungen in unserer Klinik stattfinden?
Ja. Die Inhouse-Schulung kann in einem geeigneten Raum Ihrer Einrichtung durchgeführt werden. Szenarien werden mit Blick auf die örtlichen Abläufe abgestimmt; reguläre Behandlungsprozesse dürfen dabei nicht beeinträchtigt werden.
Wie viele Personen nehmen teil?
Für einen hohen Praxisanteil empfehlen wir in der Regel maximal 12 bis 15 Personen pro Gruppe.
Erhalten Beschäftigte eine Teilnahmebestätigung?
Ja. Die Teilnehmenden erhalten eine Bestätigung mit den behandelten Inhalten. Eine Einbindung geeigneter Inhalte in die betriebliche Unterweisung nach § 12 ArbSchG ist nach vorheriger Abstimmung möglich; die Verantwortung für die Unterweisung verbleibt beim Arbeitgeber.
Was unterscheidet das Angebot von einem Standardseminar?
Wir behandeln die tatsächlichen Schnittstellen zwischen Patientenversorgung, Angehörigenkontakt, Raumgestaltung, Alarmierung und der Selbstführung des Teams. Die Inhalte werden vorab mit der Einrichtung abgestimmt.
Fachquellen und weiterführende Informationen
Für die fachliche Einordnung empfehlen wir die folgenden Primärquellen und thematisch passenden Fachbeiträge. Die Links dienen der Vertiefung und ersetzen keine einrichtungsbezogene Prüfung.
Offizielle Fachquellen
Fachbeiträge von Günther Pfeifer
Was braucht Ihr Team im konkreten Arbeitsalltag?
In einem Vorgespräch klären wir die Tätigkeit Ihrer Mitarbeitenden, typische Konfliktsituationen und den gewünschten Trainingsumfang. Daraus entsteht ein individuelles Angebot – kein Standardprogramm.
