Günther Pfeifer
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Transport und Verkehr · KRITIS · Gewaltprävention

Gewaltschutz, Selbstschutz und personelle Resilienz in Transport und Verkehr

Praxisorientierter Leitfaden für Verkehrsbetriebe, ÖPNV, Bahnunternehmen und Mitarbeitende mit Fahrgastkontakt: Risiken früh erkennen, Konflikte deeskalieren und unter Druck sicher handeln.

Günther Pfeifer

Fachliche Konzeption

Fachdozent für Gewaltprävention und Selbstschutz mit IHK-Qualifikation im Bereich Gewaltprävention. Schwerpunkt: Handlungssicherheit, Mitarbeitendenschutz und Selbstführung unter Stress.

Inhaltsverzeichnis
  1. Gewalt und Sicherheitsrisiken in Transport und Verkehr
  2. Gewaltschutz als Organisationsaufgabe
  3. Rechtlicher Rahmen: Arbeitsschutz, DGUV und KRITIS
  4. Gefährdungen früh erkennen und systematisch beurteilen
  5. Zielgruppen: ÖPNV, Bahn, Logistik und Infrastruktur
  6. Schwerpunkt Luftverkehr: Verkehrsflughäfen
  7. Praxisszenarien: vom ersten Warnsignal bis zur Alarmierung
  8. Gladiator Mind: Selbstführung unter Druck
  9. Deeskalation, Selbstschutz und sichere Handlungsgrenzen
  10. Aufbau eines betrieblichen Gewaltschutzkonzepts
  11. Nach einem Übergriff: Betreuung, Dokumentation und Lernen
  12. Trainingsaufbau und Nachweisführung
  13. Häufige Fragen zu Gewaltschutz im Verkehr

1. Gewalt und Sicherheitsrisiken in Transport und Verkehr

Im öffentlichen Personenverkehr treffen zahlreiche Menschen auf engem Raum zusammen. Fahrgäste erwarten zuverlässige Beförderung, verständliche Auskünfte und eine schnelle Lösung ihrer Probleme. Verspätungen, Anschlussverluste, Fahrscheinkontrollen, Hausrechtsmaßnahmen oder der Ausschluss von der Beförderung können Konflikte auslösen. Beschäftigte müssen dabei nicht nur ihre eigentliche Aufgabe erfüllen, sondern auch die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer berücksichtigen.

Der Schutzbedarf unterscheidet sich nach Tätigkeit. Ein Busfahrer ist während der Fahrt an die sichere Fahrzeugführung gebunden. Zugbegleiter müssen im Wagenverband kommunizieren und geeignete Rückzugsmöglichkeiten kennen. Beschäftigte in Kundencentern haben andere räumliche Voraussetzungen als Kontrollteams an Bahnsteigen. Deshalb benötigen Verkehrsunternehmen tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilungen statt allgemeiner Standardformeln.

Die DGUV beschreibt Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Verkehr ausdrücklich als relevantes Präventionsthema. Dazu zählen auch verbale Bedrohungen und psychische Belastungen. Ein wirksames Schutzkonzept setzt vor dem körperlichen Angriff an.

„Nur wenn ich mich selbst führen kann, kann ich auch eine Situation verändern.“

2. Gewaltschutz als Organisationsaufgabe

Gewaltschutz bedeutet mehr als die Unterweisung einzelner Mitarbeitender. Er verbindet eine klare Haltung des Unternehmens mit organisatorischen, technischen und personenbezogenen Maßnahmen. Ziel ist es, Gewaltrisiken zu vermindern, Betroffene zu unterstützen und den Betrieb nach Vorfällen sicher fortzuführen.

Ein belastbares Gewaltschutzkonzept regelt, wer Gefährdungen erfasst, wer über Schutzmaßnahmen entscheidet und wie Beschäftigte einen Vorfall melden können. Es beschreibt Einsatzgrenzen, Alarmierung, Unterstützung durch Leitstelle oder Polizei sowie die Zuständigkeit für die Nachsorge. Auch Auftragnehmer und Sicherheitsdienstleister müssen in die betrieblichen Abläufe eingebunden sein, soweit ihre Aufgaben betroffen sind.

Die Präventionsarbeit sollte die Erfahrungen der Beschäftigten systematisch aufnehmen. Wiederholte Beschimpfungen, Bedrohungen oder aggressive Situationen sind Hinweise auf mögliche Schwachstellen und dürfen nicht erst dann Beachtung finden, wenn eine Person verletzt wird. Informationen zu betrieblichen Schutzkonzepten findest du außerdem im Beitrag Gewaltschutzkoordination im Arbeitsschutz.

3. Rechtlicher Rahmen: Arbeitsschutz, DGUV und KRITIS

Nach § 5 Arbeitsschutzgesetz muss der Arbeitgeber tätigkeitsbezogene Gefährdungen beurteilen; psychische Belastungen gehören ausdrücklich dazu. § 12 ArbSchG verpflichtet zu einer ausreichenden, auf die Arbeit zugeschnittenen Unterweisung. Hierzu können Verhaltensregeln bei Bedrohungen, sichere Abbruchkriterien, Kommunikationswege und Notfallverfahren zählen, soweit die Gefährdungsbeurteilung dies erfordert.

Für Betreiber, deren Anlagen nach den jeweils maßgeblichen gesetzlichen Kriterien als kritische Anlagen gelten, können außerdem die Resilienzpflichten des § 13 KRITISDachG und die Geschäftsleitungspflichten nach § 20 KRITISDachG relevant sein. Die Anwendbarkeit muss für den jeweiligen Betreiber und die konkrete Anlage geprüft werden; ein Busbetrieb ist nicht allein wegen seines Angebots automatisch eine kritische Anlage.

Das Training von Beschäftigten ist ein möglicher Baustein eines größeren Schutzsystems. Es ersetzt weder bauliche Sicherungsmaßnahmen noch Einsatzorganisation, Gefährdungsbeurteilung oder rechtliche Prüfung im Einzelfall.

4. Gefährdungen früh erkennen und systematisch beurteilen

Eine wirksame Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt Arbeitsort, Tätigkeit, Tageszeit, Personalbesetzung und typische Auslöser. Besonders relevant können allein durchgeführte Fahrscheinkontrollen, nächtliche Dienste, konfliktträchtige Umsteigepunkte, enge Durchgänge, fehlende Rückzugsflächen oder der Umgang mit alkoholisierten beziehungsweise hoch erregten Personen sein.

Entscheidend ist die Verbindung von Beobachtung und Handlung. Beschäftigte sollen Warnsignale wahrnehmen, ohne Menschen anhand von Aussehen oder Herkunft pauschal als Gefahr einzustufen. Verhalten, Situation und konkrete Anhaltspunkte sind maßgeblich. Damit die Analyse im Alltag nutzbar wird, müssen aus ihr klare Maßnahmen entstehen: etwa Team-Einsätze, definierte Kontaktwege, geeignete Kommunikationsmittel, sichere Positionierung und ein verbindliches Verfahren zum Abbruch riskanter Interaktionen.

Die DGUV empfiehlt die Erfassung und Auswertung von Gewaltvorfällen sowie die Wirksamkeitskontrolle der Schutzmaßnahmen. Grundlagen dazu erläutert auch Gewalt verstehen – Grundlagen der Prävention.

5. Zielgruppen: ÖPNV, Bahn, Logistik und Infrastruktur

Busfahrer und Fahrpersonal

Konflikte an Haltestellen, Streit über Tickets, Aggression während der Fahrt und sichere Alarmierung ohne Ablenkung von der Fahrzeugführung.

Zugbegleiter und Prüfdienst

Fahrscheinkontrollen, Konfliktkommunikation in engen Wagen, Teamabsprachen und Rückzug aus eskalierenden Situationen.

Bahnhofs- und Servicepersonal

Orientierungshilfe, Hausrechtskonflikte, hohe Personenströme und abgestimmte Unterstützung durch Sicherheitskräfte.

Leitstellen und Führungskräfte

Meldeketten, Einsatzentscheidungen, Unterstützung der Teams, Dokumentation und strukturierte Nachbereitung.

Logistik und Zustellung

Alleinarbeit, Konflikte bei Lieferungen, fremde Grundstücke und eindeutige Abbruch- und Alarmierungsregeln.

Technische Außendienste

Arbeiten an Anlagen, Zugangskonflikte, Einsätze außerhalb regulärer Zeiten und Schutz der Beschäftigten bei Störungen.

Die Inhalte werden auf die tatsächlichen Aufgaben des Verkehrsunternehmens abgestimmt. Ein Grundlagenbeitrag für mobile Teams ist Sicherheit für mobile Teams im Außendienst.

Schwerpunkt Luftverkehr: Resilienz und Personalsicherheit an Verkehrsflughäfen

Verkehrsflughäfen bilden das Rückgrat der internationalen Mobilität und fallen als Kritische Infrastrukturen (KRITIS) unter strenge gesetzliche Schutzauflagen. Wo Flugverspätungen, Übermüdung und hoheitliche Sicherheitskontrollen nach dem Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG) aufeinandertreffen, ist das Risiko für Grenzüberschreitungen und Übergriffe auf das Personal besonders hoch.

Fallen Schlüsselkräfte an Kontrollstellen, Check-in-Schaltern oder Gates durch eskalierende Konflikte aus, gefährdet dies unmittelbar die Funktionsfähigkeit der gesamten Abfertigungskette. Physische Resilienz nach dem KRITIS-Dachgesetz bedeutet daher vor allem: Schutz und Handlungsfähigkeit der Mitarbeitenden vor Ort sicherzustellen.

  • Praxisnahe Deeskalation: Eigenschutz und sichere Abbruchkriterien im anspruchsvollen Schichtdienst etablieren.
  • Klare Schnittstellen: Reibungslose Zusammenarbeit zwischen Bodenpersonal, Sicherheitsdienstleistern und der Bundespolizei gewährleisten.
  • Handlungssicherheit unter Stress: Stressregulation und verlässliche Entscheidungsfähigkeit mit der Gladiator-Mind-Methode trainieren.

Vertiefende Einblicke zu den gesetzlichen Betreiberpflichten, typischen Risikodeltas und konkreten Lösungsansätzen für den Flughafenbetrieb finden Sie in unserem aktuellen Fachbeitrag:

Fachbeitrag lesen: Gewaltprävention am Flughafen – KRITIS-Resilienz & Eigenschutz

6. Praxisszenarien: vom ersten Warnsignal bis zur Alarmierung

Beispiel 1: Fahrscheinkontrolle im Regionalzug

Eine kontrollierte Person wird zunehmend laut und rückt einem Zugbegleiter körperlich näher. Das Trainingsziel ist nicht, eine Diskussion zu gewinnen. Es geht darum, Warnsignale zu erkennen, Distanz herzustellen, klare Grenzen zu formulieren, Teamunterstützung anzufordern und die Kontrolle bei erheblicher Gefahr zu beenden.

Beispiel 2: Konflikt im Bus

Ein Fahrgast fordert während der Fahrt eine sofortige Klärung eines Streits. Die sichere Fahrzeugführung geht vor. Das Team übt festgelegte Abläufe für Ansprache, das Anfahren eines sicheren Haltepunkts und die betriebliche Alarmierung. Die genaue Entscheidung richtet sich nach Situation, Betriebsvorgaben und geltendem Recht.

Beispiel 3: Aggression am Kundenschalter

Ein Kunde reagiert auf eine Auskunft mit Beleidigungen und Drohungen. Geübt werden eine klare Gesprächsgrenze, das frühzeitige Hinzuziehen weiterer Beschäftigter, die Nutzung räumlicher Schutzmöglichkeiten und die anschließende Meldung.

7. Gladiator Mind: Selbstführung unter Druck

Bei einer Bedrohung verändert sich die Aufmerksamkeit. Gedanken, körperliche Erregung und Interpretation einer Situation beeinflussen sich gegenseitig. Die Gladiator Mind Methode setzt bei dieser Wechselwirkung an: Sie trainiert bewusste Wahrnehmung, gedankliche Orientierung, Selbstregulation und die Auswahl einer sicheren Handlung.

Das Konzept ist keine Garantie, unter jeder Belastung ruhig zu bleiben. Es bietet vielmehr eine strukturierte Möglichkeit, trainierte Handlungsschritte auch bei wachsendem Stress besser verfügbar zu machen. Dazu gehören kurze Selbstinstruktionen, kontrollierte Atmung als regulierende Maßnahme und der Wechsel von emotionaler Reaktion zu einer klaren Handlungsentscheidung.

Für Verkehrsunternehmen wird das Konzept mit typischen Szenarien verknüpft: etwa bei Provokationen, aggressiver Nähe oder widersprüchlichen Anforderungen zwischen Service, Durchsetzung von Regeln und Eigenschutz. Näheres erläutert die Gladiator Mind Methode und das Modell Glaubenssätze, Stress und Handlung.

„Selbstschutz beginnt im Kopf.“

8. Deeskalation, Selbstschutz und sichere Handlungsgrenzen

Deeskalation beginnt vor der ersten Ansprache. Beschäftigte prüfen Abstand, Ausweichmöglichkeiten, mögliche Unterstützung und die eigene Rolle. In der Kommunikation helfen eine ruhige, eindeutige Sprache, kurze Aussagen und Grenzen ohne unnötige Provokation. Gleichzeitig muss erkennbar sein, wann Kommunikation nicht mehr ausreicht.

Wenn eine Situation unkontrollierbar wird, gelten Eigenschutz, Rückzug und Alarmierung als zentrale Handlungsoptionen. Körperliche Selbstschutzmaßnahmen sind kein Ersatz für sichere Arbeitsorganisation. Sie werden ausschließlich verhältnismäßig, rechtlich eingeordnet und auf das Entkommen aus unmittelbarer Gefahr ausgerichtet trainiert. Die rechtliche Bewertung hängt immer vom Einzelfall ab.

Trainings sollten nicht ausschließlich aus Rollenspielen bestehen. Ein sinnvoller Aufbau verbindet Grundlagen, kleine Übungsschritte, realitätsnahe Szenarien und eine Auswertung ohne Beschämung der Teilnehmenden. Weitere Hintergründe findest du bei Deeskalationstraining und Gewaltschutztraining.

9. Aufbau eines betrieblichen Gewaltschutzkonzepts

BausteinPraxis im Verkehrsunternehmen
Gefährdungen erfassenArbeitsbereiche, Vorfälle und Belastungen systematisch auswerten.
Maßnahmen festlegenTechnische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen kombinieren.
Rollen zuordnenLeitstelle, Führung, Arbeitsschutz, Sicherheitsdienst und Personalvertretung einbeziehen.
Meldewege sichernEinfach zugängliche Verfahren für Bedrohungen und Übergriffe schaffen.
Unterweisen und übenArbeitsplatzbezogene Regeln regelmäßig vermitteln und situationsbezogen trainieren.
Nachsorge anbietenBetroffene unterstützen, Nachbesprechungen und weitere Hilfe organisieren.
Wirksamkeit prüfenMaßnahmen evaluieren und nach Vorfällen oder Veränderungen anpassen.

Ein Gewaltschutzkoordinator kann die Schnittstellen zwischen den beteiligten Fachbereichen unterstützen. Ob eine solche Rolle eingerichtet wird und welche Befugnisse sie erhält, entscheidet der Betrieb innerhalb seiner Organisationsstruktur. Ergänzende Informationen findest du unter Gewaltschutz und Resilienz koordinieren.

10. Nach einem Übergriff: Betreuung, Dokumentation und Lernen

Nach einem Vorfall braucht es einen verlässlichen Ablauf. Zuerst stehen medizinische Versorgung, Absicherung der Situation und die Unterstützung der betroffenen Person im Vordergrund. Danach folgen die betriebliche Meldung, gegebenenfalls eine Strafanzeige, die Prüfung unfallversicherungsrechtlicher Meldepflichten und die Organisation passender Nachsorgeangebote.

Führungskräfte sollten nicht voraussetzen, dass ein Mitarbeitender nach einer Bedrohung sofort wieder voll belastbar ist. Psychische Folgen können zeitversetzt auftreten. Wichtig sind ein respektvolles Gespräch, vertrauliche Unterstützung und eine sachliche Auswertung des Ereignisses. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Frage, welche Schutzmaßnahmen funktioniert haben und welche verbessert werden müssen.

Eine belastbare Nachbereitung bildet zugleich die Grundlage für organisatorisches Lernen. Eine weiterführende Einordnung enthält der Beitrag Postkonfliktphase und organisatorische Aufarbeitung.

„Es reicht nicht, zu wissen, was zu tun ist. Entscheidend ist, unter Druck handlungsfähig zu bleiben.“

11. Trainingsaufbau und Nachweisführung

Ein passendes Inhouse-Format beginnt mit einer Abstimmung über Zielgruppe, Einsatzbedingungen und typische Vorfälle. Daraus entstehen Lernziele, die beobachtbar und überprüfbar formuliert sind. Beispielsweise sollen Mitarbeitende Warnsignale benennen, einen sicheren Abstand wahren, eine Abbruchentscheidung begründen und den richtigen betrieblichen Meldeweg auslösen können.

Nach einer Einführung folgen praktische Übungen mit steigender Komplexität. Die Auswertung richtet sich auf Wahrnehmung, Kommunikation, Entscheidung und Teamarbeit. Teilnahmen und Inhalte lassen sich dokumentieren. Ob eine konkrete Veranstaltung Bestandteil der Unterweisung nach § 12 ArbSchG ist, hängt von der Verantwortung des Arbeitgebers sowie der Einbindung in die betriebliche Gefährdungsbeurteilung und Unterweisungsorganisation ab.

Das Ziel ist nicht, Mitarbeitenden unrealistische Kontrolle über jede Gewaltsituation zu versprechen. Entscheidend sind eine bessere Vorbereitung, realistische Handlungsoptionen und ein tragfähiger organisatorischer Rahmen.

12. Häufige Fragen zu Gewaltschutz im Verkehr

Was gehört zu einem Gewaltschutzkonzept im ÖPNV?

Ein Gewaltschutzkonzept umfasst die Beurteilung von Gewaltrisiken, technische und organisatorische Schutzmaßnahmen, klare Melde- und Alarmierungswege, Unterweisungen, Unterstützung betroffener Beschäftigter und eine regelmäßige Wirksamkeitskontrolle.

Sind Verkehrsunternehmen automatisch KRITIS-Betreiber?

Nein. Ob ein Verkehrsunternehmen beziehungsweise eine Anlage unter das KRITIS-Dachgesetz fällt, hängt von den gesetzlichen Voraussetzungen und anwendbaren Kriterien ab. Die Arbeitsschutzpflichten gelten unabhängig von dieser Einordnung.

Welche Beschäftigten sollten an einem Gewaltschutztraining teilnehmen?

Die Zielgruppe richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung. Besonders relevant können Fahrpersonal, Zugbegleitung, Fahrscheinkontrolle, Service, Sicherheits- und Ordnungsdienste sowie Leitstellen und Führungskräfte sein.

Kann ein Deeskalationstraining die Gefährdungsbeurteilung ersetzen?

Nein. Das Training ist eine mögliche personenbezogene Maßnahme und ergänzt, aber ersetzt nicht die Gefährdungsbeurteilung und andere erforderliche Schutzmaßnahmen.

Welche Rolle spielt Gladiator Mind im Verkehrsunternehmen?

Gladiator Mind vermittelt ein strukturiertes Konzept für Wahrnehmung, Selbstregulation und Entscheidungen unter Stress. Es wird mit konkreten Szenarien und betrieblichen Handlungsregeln verbunden.

Redaktioneller Stand: 28. Oktober 2026 · Allgemeine Fachinformation, keine Rechtsberatung.
Quellenhinweise: DGUV – Führungskräfte in Verkehrsbetrieben · Arbeitsschutzgesetz · KRITIS-Dachgesetz. Die Anwendbarkeit einzelner Rechtsvorschriften ist betriebsspezifisch zu prüfen.

Gewaltschutz im Verkehrsunternehmen konkret entwickeln

Ein wirksames Konzept verbindet die Gefährdungsbeurteilung mit verlässlichen Abläufen und praxisnaher Qualifizierung. Die Inhalte werden an die Einsatzbedingungen Ihres Unternehmens angepasst.

Günther Pfeifer

Experte für KRITIS-Resilienz & operatives Risikomanagement. Gewaltprävention & Selbstschutz – bundesweit.

© Günther Pfeifer