Aktualisiert: Januar 2026 | Lesezeit: ca. 12 Min.
Über den Autor dieses Konzepts
- IHK-zertifizierter Gewaltpräventions-Spezialist mit über 25 Jahren Erfahrung in Risiko-Bereichen. Entwickler der Gladiator Mind-Methodik, die stoische Philosophie mit moderner Neurowissenschaft verbindet. Spezialisiert auf Rathäuser, Jobcenter, Kliniken, Rettungsdienst, ÖPNV und Flughäfen.
- Ich bin Praktiker, kein Forscher. Meine Aufgabe ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in tragfähige Konzepte für reale Einsatzsituationen zu übersetzen – als Architekt, der die richtigen Fachleute zusammenbringt. Wo mein Wissen endet, beginnt mein Netzwerk.
Schutzkonzepte für Notaufnahmen, die unter Stress funktionieren
95 Prozent der Krankenhäuser mit Notaufnahme verzeichnen Übergriffe.
(Quelle: Krankenhaus-Barometer 2025, DKI/DKG)
Die Umfrage des Deutschen Ärzteblatts (07.01.2026)
unter 1.619 Ärzten bestätigt: 66% haben Gewalt erlebt, 56% sagen: Die Übergriffe nehmen zu.
„Das Personal ist nicht ausreichend vorbereitet auf eskalierende Situationen. Ein Mangel an Kenntnis und kommunikativen Fähigkeiten kann zu einer Verschlimmerung der Situation führen.“
— Notfall + Rettungsmedizin (Springer)
Gewaltprävention muss den Menschen in den Mittelpunkt stellen – nicht nur Kommunikationstechniken oder technische Systeme. Wer unter Stress handlungsfähig bleiben will, muss sein eigenes Nervensystem regulieren können, bevor Deeskalation überhaupt greifen kann.
Rechtlicher Kontext für Klinikleitungen: Fehlende oder unzureichende Gewaltpräventionsmaßnahmen können als Organisationsverschulden gewertet werden (§ 5 ArbSchG, DGUV Vorschrift 1). Die gute Nachricht: Mit systematischen, dokumentierten Schulungen, die über reine Theorie hinausgehen und die individuelle Stressregulation sowie das Bauchgefühl der Mitarbeitenden stärken, erfüllen Sie nicht nur Ihre Fürsorgepflicht – Sie schützen auch Ihr Team und Ihre Organisation.
Das bedeutet:
Viele Verantwortliche investieren bereits in Deeskalationstrainings und BGW-Leitfäden. Diese bilden eine wichtige Grundlage – doch für echte Handlungssicherheit braucht es eine zusätzliche Ebene: die Fähigkeit zur Selbstregulation unter Stress. Wer Gewaltprävention ernst nimmt, muss auch Eigensicherung professionell abdecken
Für wen ist das relevant?
Stationärer Bereich: Pflegekräfte, Intensivpflege, Stationsärzte, Pflegedienstleitung
Notaufnahme: ZNA-Pflege, Triage, Notaufnahme-Ärzte, Anmeldung/Empfang, Sicherheitsdienst
Psychiatrie: Akutpsychiatrie, Gerontopsychiatrie, Suchtstation, Krisenintervention
Inhalt
- Aktuelle Zahlen Januar 2026
- Hotspots im Krankenhaus
- Rechtlicher Rahmen: BGW, DGUV, ArbSchG
- Das Problem mit klassischer Deeskalation
- Gewaltprävention ist Pflicht – Selbstschutz die Ergänzung
- Die 5 Gladiator Mind-Standards (GM-Standard 1–5)
- Maßnahmen-Checkliste
- Häufige Fragen (FAQ)
- Quellen & weiterführende Links
- Inhouse-Schulungen
1. Aktuelle Zahlen Januar 2026
Die Bundesärztekammer-Umfrage (07.01.2026, n=1.619):
- 66% haben Gewalt im Beruf erlebt
- 56% sagen: Gewalt nimmt zu
- 89% erleben verbale Übergriffe
- 47% berichten von körperlicher Gewalt
- 10% wurden dadurch arbeitsunfähig
Das Krankenhaus-Barometer 2025 (DKI/DKG) ergänzt: 95% der Notaufnahmen verzeichnen Übergriffe.
Studien im Fachjournal AINS (Thieme) zeigen: 60–80% der Mitarbeiter fühlen sich unzureichend vorbereitet und wünschen sich Schulungen in Deeskalation und Selbstschutz.
2. Hotspots im Krankenhaus
Notaufnahme
Ground Zero: Akute Krisen, Alkohol/Drogen, Schmerzen, Wartezeiten, Personalmangel. (Quelle: Sicheres Krankenhaus, BG Kliniken)
Anmeldung / Empfang
Erster Kontaktpunkt, Wartezeitfrust. MFAs und Empfangspersonal sind oft der erste Blitzableiter – häufig ohne ausreichende Vorbereitung.
Psychiatrie / Gerontopsychiatrie
Krankheitsbedingte Aggression (Demenz, Psychosen, Entzug) – nicht weniger gefährlich, aber mit anderen Ursachen.
3. Rechtlicher Rahmen
Gewaltprävention ist Pflicht – nicht Kür. Wer hier versäumt, riskiert Organisationsverschulden und Haftung.
- § 5 ArbSchG: Gefährdungsbeurteilung muss Gewalt einschließen.
- BGW: Fordert Prävention + Notfallpläne + Nachsorge. (Siehe BGW Notaufnahme Maßnahmen).
- DGUV: Kampagne #GewaltAngehen.
- Strafrecht: § 115 StGB schützt Notaufnahmen seit 2021.
4. Das Problem mit klassischer Deeskalation
77% der Kliniken schulen bereits in Deeskalation. Trotzdem steigen die Übergriffe. Warum?
Klassische Deeskalation arbeitet mit dem, was Sie sagen. Das funktioniert – solange das eigene Nervensystem mitspielt.
Unter Hochstress: Adrenalin, Tunnelblick, flache Atmung. Gelerntes Wissen ist dann kaum abrufbar. Eine Studie der Charité Berlin zeigt: Selbst nach Training berichten 92,9% weiterhin von verbaler Gewalt.
Vertiefung zur inneren Dynamik hinter Alarm, Tunnelblick und Impulsverhalten: Stress-Loop & Glaubenssätze.
5. Gewaltprävention ist Pflicht – Selbstschutz die notwendige Ergänzung
Doch Theorie allein schützt nicht vor physischen Übergriffen. Wer Gewaltprävention ernst nimmt, muss auch Eigensicherung professionell abdecken.
6. Die 5 Gladiator Mind-Standards (GM-Standard 1–5)
Das Gladiator Mind-Konzept trainiert Stressregulation als Basis für jede Deeskalation. Es setzt beim Nervensystem an.
Kernprinzip: Wer sein eigenes Nervensystem nicht regulieren kann, kann auch keine Situation kontrollieren.

Die 5 GM-Standards im Detail
GM-Standard 1: Ataraxia vor Aktion
Innere Unerschütterlichkeit ist trainierbar. Wir üben, unter Druck stabil zu bleiben – bevor wir kommunizieren oder handeln. Mehr zu Ataraxia und Stressbiologie →
GM-Standard 2: Nervensystem regulieren
Zwerchfellatmung ist der biologische Schalter von „Alarm“ auf „Kontrolle“. Wir trainieren Techniken, die unter Hochstress abrufbar sind.
GM-Standard 3: Vorkonfliktphase erkennen
Eskalation beginnt früher. Wir trainieren Warnsignale: Körpersprache, Stimme, Distanz.
GM-Standard 4: Präsenz statt Technik
Körperhaltung, Blick, Stimme, Distanz – das sind die echten Werkzeuge, wenn das Nervensystem ruhig bleibt.
GM-Standard 5: Handlungssicherheit für den Ernstfall
Wenn Deeskalation scheitert: einfache, verhältnismäßige Techniken für Distanzierung, Schutz und Rückzug.
7. Maßnahmen-Checkliste für Kliniken
Gefährdungsbeurteilung: Gewalt explizit aufnehmen, Hotspots identifizieren, dokumentieren.
Baulich/technisch: Notruf, Rückzugswege, Sichtachsen, Security-Konzept.
Training: Stressregulation + Deeskalation + Handlungssicherheit – praxisnah.
Nachsorge: Meldewege, Erstbetreuung, psychologische Unterstützung.
Wirksamkeitsprüfung: Nach 3 Monaten: Vorfallzahlen, Meldedisziplin, Feedback.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Deeskalation und Gewaltprävention?
Warum reicht klassische Deeskalation oft nicht aus?
Ist Selbstschutz im Krankenhaus erlaubt?
Was gehört in eine Gefährdungsbeurteilung „Gewalt“?
Hinweis zu Diskretion und Datenschutz
Wir arbeiten im Bereich Gewaltprävention und Selbstschutz oft in Hochrisiko-Bereichen – bei Behörden, Ämtern, Rettungsdiensten und mit Klienten in sensiblen Lebenslagen.
Aus diesem Grund nennen wir grundsätzlich **keine Namen von Personen oder spezifischen Einrichtungen**. Diskretion ist ein Grundpfeiler seriöser Arbeit in diesem Bereich.
So wie ein Arzt keine Patientennamen nennt und ein Anwalt keine Mandanten – schütze ich die Privatsphäre meiner Auftraggeber. Das ist kein Mangel an Referenzen, sondern Ausdruck von Professionalität.
Quellen & weiterführende Links
Inhouse-Schulung für Ihr Krankenhaus
Sie möchten Ihr Team in Notaufnahme oder Pflege nachhaltig stärken? Ich biete maßgeschneiderte Inhouse-Schulungen – bundesweit, praxisnah, dokumentiert.
- Gefährdungsanalyse Ihres Arbeitsumfelds
- 1–2 Tage Training vor Ort (inkl. GM-Standards)
- Dokumentation für Gefährdungsbeurteilung
Kontakt: info@guenther-pfeifer.de | +49 175 6000328
Hinweis: Diese Schulung ersetzt keine Rechtsberatung.
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