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Das Wichtigste in Kürze

Am 29. Januar 2026 hat der Deutsche Bundestag das KRITIS-Dachgesetz beschlossen. Erstmals werden bundeseinheitliche Mindestvorgaben für physischen Schutz und Resilienz kritischer Infrastrukturen gesetzlich verankert – inklusive organisatorischer und personeller Maßnahmen.

Was das für Betreiber bedeutet: Resilienz muss risikobasiert geplant, organisatorisch verankert und im Rahmen der Aufsicht nachweisbar gemacht werden. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf Technik, sondern ausdrücklich auch auf Mitarbeitenden und deren Vorbereitung auf Risikosituationen.

Gesetzlicher Hintergrund: Was wurde beschlossen?

Quelle und aktueller Stand

Was ist neu?

Das Gesetz adressiert unter anderem:

  • Sicherheitsmanagement für Mitarbeitende (einschließlich externem Personal)
  • Verpflichtung zur Schulung und Übung: Beschäftigte sind durch Informationsmaterialien, Trainings und Übungen mit den Maßnahmen vertraut zu machen
  • Nachweispflicht: Organisatorische und personelle Resilienzmaßnahmen müssen dokumentiert und gegenüber Aufsichtsbehörden belegt werden

Warum der Faktor Mensch entscheidend ist

Resilienz beginnt beim Menschen

Physischer Schutz entscheidet sich in der Praxis oft in Momenten, in denen Menschen unter Stress handeln müssen:

  • An Zugangssituationen (Pforte, Empfang, Einlasskontrolle)
  • Bei Störungen im Betriebsablauf
  • Im Außeneinsatz (z. B. Wartung, Kundenservice)
  • In Konfliktsituationen mit Publikumsverkehr

Deshalb sind Gewaltprävention, Deeskalation und Selbstschutz naheliegende Bausteine innerhalb personeller und organisatorischer Resilienzmaßnahmen als Ergänzung zu Technik, Prozessen und Werkschutz.

Realitätscheck: Zahlen aus der Praxis

Beispiel Deutsche Bahn (2025, Jan–Okt):
2.987 Bahn-Beschäftigte wurden Opfer von Straftaten, darunter:

  • 1.231 Körperverletzungen
  • 1.148 Bedrohungen

Quelle: ZDFheute: Gewalt gegen Bahnmitarbeiter

Diese Zahlen verdeutlichen: Übergriffe auf Mitarbeitende sind kein Randphänomen, sondern Teil des beruflichen Alltags in Bereichen mit Publikumskontakt  insbesondere in kritischen Infrastrukturen.

Bodycams: sinnvoll – aber nicht ausreichend

Technik unterstützt, ersetzt aber nicht Handlungskompetenz

Bodycams können präventiv wirken und die Aufklärung von Vorfällen unterstützen. Sie sind ein wertvolles Werkzeug – ersetzen jedoch nicht die Sekundenkompetenz im Akutfall:

  • Distanzarbeit: Räumliche und kommunikative Grenzziehung
  • Klare Handlungsroutinen: Was tue ich, wenn jemand aggressiv wird?
  • Rückzug und Alarmierung: Wann ziehe ich mich zurück? Wer wird wie alarmiert?
  • Team-Protokolle: Wie sichern wir uns gegenseitig ab?

Hintergrund Bodycams bei der Bahn:
ZDFheute: Bodycams im Einsatz

Fazit: Technik dokumentiert – aber der Mensch muss im Moment des Geschehens handeln können.

Meine Rolle als Gewaltpräventionstrainer im KRITIS-Kontext

Was ich anbiete – und was nicht

Ich bin kein Werkschutz und keine Sicherheitsfirma. Ich ergänze bestehende Sicherheitskonzepte durch den personellen Resilienz-Baustein:

Mein Fokus:Als Ergänzung zu technischen Sicherheitssystemen stärke ich die menschliche Komponente der Sicherheit. Dabei nutze ich die von mir entwickelte Gladiator Mind-Methodik, die stoische Philosophie mit moderner Stressphysiologie verbindet:

    • Gewaltprävention: Systematische Analyse und Reduzierung von Risikofaktoren, um Übergriffe im Arbeitsalltag proaktiv zu verhindern.

    • Resilienz: Stärkung der psychischen und physischen Widerstandsfähigkeit von Mitarbeitenden, damit sie auch unter hoher Belastung stabil bleiben.

    • Deeskalation: Techniken, um aufkeimende Konflikte frühzeitig zu erkennen und gezielt zu entschärfe.

    • Selbstschutz: Praktische Handlungssicherheit für Momente, in denen eine räumliche Distanz nicht mehr möglich ist.

    • Handlungsroutinen unter Stress: Training der Sekundenkompetenz, um auch unter physiologischer Belastung souverän und klar zu agieren.

Warum das relevant ist

Der entscheidende Faktor im Ernstfall ist oft der Mensch: Wie Mitarbeitende Risiken früh erkennen, Eskalationen verhindern und auch unter Druck klar denken und handeln können.

Mehr Hintergrund: Gewaltprävention in kritischen Infrastrukturen

Über den Autor

Günther Pfeifer

IHK-zertifizierter Fachkraft für Gewaltpräventions mit über 25 Jahren Erfahrung in Risiko-Bereichen. Entwickler der Gladiator Mind-Methodik, die stoische Philosophie mit moderner Neurowissenschaft verbindet. Spezialisiert auf Behörden, KRITIS, Jobcenter, Kliniken, Rettungsdienst, ÖPNV, Einzelhandel, und Flughäfen.

Ich bin Praktiker, kein Forscher. Meine Aufgabe ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in tragfähige Konzepte für reale Einsatzsituationen zu übersetzen als Architekt, der die richtigen Fachleute zusammenbringt. Wo mein Wissen endet, beginnt mein Netzwerk.

Meine Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass der Mensch im Mittelpunkt jeder wirksamen Gewaltprävention stehen muss. Nur wer seine eigene Stressphysiologie versteht und seinem Bauchgefühl vertraut, kann unter Druck souverän bleiben, deeskalierend auftreten  und sich flexibel an die Dynamik der Situation anpassen, wenn Standardroutinen nicht mehr greifen.

 

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag dient der Information über den Stand der öffentlichen Diskussion und Quellenlage (Stand: 07.02.2026). Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Verwaltungsrecht oder an die zuständige Aufsichtsbehörde.

Die Inhalte wurden nach bestem Wissen und unter Verwendung öffentlich zugänglicher Quellen erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen wird keine Haftung übernommen.

Quellen und weiterführende Links

  1. Deutscher Bundestag: BT-Drucksache 21/3906
  2. Rödl & Partner: KRITIS-Dachgesetz – Einordnung
  3. OpenKRITIS: Neue Anforderungen im Überblick
  4. ZDFheute: Gewalt gegen Bahnmitarbeiter
  5. ZDFheute: Bodycams bei der Bahn

Foto von Ibrahim Boran auf Unsplash