Über den Autor
Günther Pfeifer
IHK-zertifizierte Fachkraft für Gewaltprävention mit über 25 Jahren Erfahrung in Risiko-Bereichen. Entwickler der Gladiator Mind-Methodik, die stoische Philosophie mit moderner Neurowissenschaft verbindet. Spezialisiert auf Behörden, KRITIS, Jobcenter, Kliniken, Rettungsdienst, ÖPNV, Einzelhandel und Flughäfen.
Ich bin Praktiker, kein Forscher. Meine Aufgabe ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in tragfähige Konzepte für reale Einsatzsituationen zu übersetzen – als Architekt, der die richtigen Fachleute zusammenbringt. Wo mein Wissen endet, beginnt mein Netzwerk.
Meine Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass der Mensch im Mittelpunkt jeder wirksamen Gewaltprävention stehen muss. Nur wer seine eigene Stressphysiologie versteht und seinem Bauchgefühl vertraut, kann unter Druck souverän bleiben, deeskalierend auftreten und sich flexibel an die Dynamik der Situation anpassen, wenn Standardroutinen nicht mehr greifen.
Kalte Dusche, klarer Kopf: Wie Kältetraining die Handlungssicherheit in Konfliktsituationen erhöht
Was haben ein Dreh am Wasserhahn und der Moment gemeinsam, in dem ein Kunde die Kontrolle verliert? Mehr, als auf den ersten Blick erkennbar ist – und dieser Zusammenhang ist der Kern eines ernstzunehmenden Trainingsansatzes für Menschen, die täglich unter Druck arbeiten.
Drei Fragen zur Lageeinschätzung
Eine Mitarbeiterin sitzt am Schalter. Das Gespräch eskaliert, der Gegenüber kommt näher, seine Stimme wird lauter. Sie weiß genau, was jetzt zu tun wäre aber ihr Körper reagiert schneller als ihr Verstand. Und sie kann nicht mehr klar handeln.
Kurzer Selbstcheck – lesen Sie weiter, wenn Sie mindestens eine Frage mit Ja beantworten:
- Kennen Sie Berichte aus Ihrem Team von Momenten, in denen Mitarbeitende „eingefroren“ sind – obwohl sie wussten, was zu tun wäre?
- Beobachten Sie nach belastenden Vorfällen anhaltende Erschöpfung, Schlafprobleme oder einen Rückzug vom Dienst?
- Fragen Sie sich, warum manche Kolleginnen und Kollegen unter Druck klar bleiben – und andere nicht?
Das sind keine rhetorischen Einstiegsfragen. Sie beschreiben ein strukturelles Problem in allen Bereichen mit direktem Kundenkontakt – vom Rathaus über die Notaufnahme bis zum ÖPNV. Und sie haben eine biologische Antwort.
Nervensystemtraining
Kälteexposition ist in den vergangenen Jahren vor allem als Biohacking-Trend bekannt geworden. Das ist beliebt – aber nicht mein Ansatz.
Aus der Praxis in der Gewaltprävention & Selbstschutz weiß ich: Was Menschen in Extremsituationen schützt, ist nicht die perfekte Technik. Es ist die Fähigkeit, unter akutem Stress handlungsfähig zu bleiben. Genau dort setzt kontrollierte Kälteexposition an: als systematisches Training des autonomen Nervensystems.
Aus der Praxis
In Schulungen mit Mitarbeitenden aus Jobcentern erlebe ich regelmäßig, dass Menschen Techniken kennen – aber im Stressmoment nicht abrufen können. Das Problem liegt selten im Wissen. Es liegt in der fehlenden Vertrautheit mit dem eigenen Alarmzustand. Wer seinen Körper unter Druck nicht kennt, wird von ihm überrascht.
Wer gelernt hat, seinen eigenen Alarm zu kennen, kann ihn steuern. Wer ihn nicht kennt, wird von ihm gesteuert.
Stressphysiologie im Kundenkontakt: Was passiert, wenn die Situation kippt
Ob Jobcenter, Bürgerbüro, psychiatrische Notaufnahme oder Fahrkartenkontrolle – die physiologische Reaktion auf eine eskalierende Situation folgt immer demselben Muster:
- Herzfrequenz und Blutdruck steigen innerhalb von Sekunden.
- Die Atmung verlagert sich in den Brustraum und wird flach.
- Muskelgruppen in Schultern, Nacken und Bauch kontrahieren.
- Die kognitive Verarbeitungsbreite verengt sich – der sogenannte Tunnelblick setzt ein.
Das ist keine Schwäche. Das ist der Sympathikus das neurobiologische Alarmsystem, das den Körper auf Kampf, Flucht oder Erstarrung vorbereitet. Evolutionär sinnvoll. In strukturierten Arbeitssituationen mit komplexen Handlungsanforderungen wird er zum Problem, wenn er unkontrolliert übernimmt.
Wie sich eskalierende Situationen phasenweise entwickeln und welche konkreten Handlungsoptionen in jeder Phase bestehen, beschreibe ich im Artikel Gewaltprävention: Handlungskreislauf bei Gewalt gegen Mitarbeiter.
Kälte als kontrollierter Stress-Reiz: Was beim kalten Duschen passiert
Sie stehen am Ende einer warmen Dusche. Sie greifen zum Hahn und drehen auf kalt. Im Moment des Auftreffens:
- Der Körper zieht sich reflexartig zusammen – die sogenannte Cold Shock Response.
- Der Atem stockt unwillkürlich (Atemstopp).
- Danach folgt schnelles, flaches Hyperventilieren.
- Im Kopf: „Das will ich nicht. Ich muss hier raus.“
Das ist derselbe neurobiologische Fluchtreflex, den Ihre Mitarbeitenden erleben, wenn ein Kundengespräch kippt. Nur diesmal in einem kontrollierten, sicheren Raum – wo er beobachtet, verstanden und trainiert werden kann.
Vagusnerv, Noradrenalin und das Gut Feeling: Was Kälte neurologisch auslöst
Der Cold-Pressor-Test – das Eintauchen einer Hand in eiskaltes Wasser – ist seit den 1980er-Jahren ein Standardverfahren in der kardiovaskulären Stressforschung. Die physiologischen Wirkmechanismen sind klar dokumentiert:
Noradrenalin-Ausschüttung
Kälteexposition führt zu einem messbaren Anstieg von Noradrenalin im venösen Blut. Dasselbe Stresshormon wird bei akuter sozialer Bedrohung freigesetzt. Der Wirkmechanismus ist physiologisch belegt.
Sherwood & Turner (1992): Cardiovascular and norepinephrine responses during cold pressor tests. Psychophysiology, 29(5).
PubMed: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1581853
Sympathikus-Aktivierung
Kälterezeptoren in der Haut senden sofort Signale an das autonome Nervensystem. Herzfrequenz und Blutdruck steigen messbar. Muskel-Sympathikus-Aktivität (MSNA) nimmt während der Kälteexposition kontinuierlich zu – ein direkt messbarer Sympathikus-Reflex.
Mark, Victor, Nerhed & Wallin (1985): Microneurographic studies of sympathetic nerve responses during cold pressor test. Circulation Research, 57(3).
PubMed: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/4028348
Cold-Pressor-Test als Analogie zu sozialer Bedrohung
Der Socially Evaluated Cold Pressor Test (SECPT) kombiniert Kältestress mit sozialer Bewertung und zeigt: Autonome Erregung und subjektives Stresserleben sind in beiden Bedingungen vergleichbar – Kälte und soziale Bedrohung aktivieren dieselben physiologischen Pfade.
Schwabe, Haddad & Schachinger (2008): HPA axis activation by a socially evaluated cold-pressor test. Psychoneuroendocrinology, 33(6).
PubMed: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18403130
Vagusnerv-Stimulation durch Atemführung
Wer unter Kältestress beginnt, die Ausatmung gezielt zu verlängern, aktiviert über die Herzratenvariabilität (HRV) den Vagusnerv den zentralen parasympathischen Regulationspfad. Dieser Mechanismus ist aus der Psychophysiologie gut belegt. Der direkte Transfer auf die Kältesituation ist physiologisch plausibel; er ist in meiner Praxis erprobt, aber noch kein eigenständiger Forschungsschwerpunkt.
Laborde, Mosley & Thayer (2017): Heart Rate Variability and Cardiac Vagal Tone in Psychophysiological Research. Frontiers in Psychology, 8:213.
DOI: doi.org/10.3389/fpsyg.2017.00213
Das Gut Feeling: Interozeption als trainierbarer Schutzfaktor
Interozeption bezeichnet die Fähigkeit des Nervensystems, innere Körperzustände präzise wahrzunehmen – Herzschlag, Atemveränderung, Muskelanspannung. Sie gilt in der neurowissenschaftlichen Forschung als Grundlage für emotionale Regulationsfähigkeit.
Aus der Praxis – Günther Pfeifer
In meiner Arbeit mit Mitarbeiter aus verschiedenen-Bereichen, Notaufnahmen und Jobcentern beobachte ich konsistent: Mitarbeitende, die ihren Körper unter Belastung kennen, erkennen Warnsignale früher. Sie spüren noch bevor eine Situation eskaliert –, dass etwas nicht stimmt. Diese Körperwahrnehmung lässt sich trainieren. Kälteexposition ist ein wirksamer Weg dorthin, weil sie einen starken, sicheren Reiz erzeugt, an dem diese Wahrnehmung geübt werden kann. Eine direkte Studie zur Interozeptionsverbesserung durch Kältetraining speziell für Mitarbeiter existiert nach meiner Kenntnis nicht – das bleibt meine Praxisbeobachtung, keine Forschungsaussage.
Wer im kontrollierten Kältestress gelernt hat, seinen Körper präzise zu spüren, erkennt in der Konfliktsituation früher: Hier läuft etwas falsch. Dieser Moment ist der entscheidende Vorsprung.
Das ist kein Bauchgefühl im umgangssprachlichen Sinn. Es ist Körperwahrnehmung als professionelle Kompetenz und sie lässt sich systematisch aufbauen.
Freeze-Überwindung: Die Entscheidung vor dem Wasser
Der wichtigste Moment beim Kältetraining ist nicht das Wasser. Es ist der Augenblick davor.
Noch bevor der erste kalte Strahl trifft, meldet sich der Verstand:
„Das ist unangenehm. Das will ich nicht. Ich drehe lieber zurück.“
Das ist der Freeze-Impuls in seiner mildesten Form. Dieselbe Blockade zeigt sich im Berufsalltag:
- „Ich spreche das Verhalten nicht an – sonst eskaliert es.“
- „Ich sage jetzt nicht Stopp – sonst werde ich zur Zielscheibe.“
- „Ich melde den Vorfall nicht – ich will keinen Ärger.“
Im Kältetraining üben Mitarbeitende im Kleinen, diesen Impuls zu erkennen und bewusst zu durchbrechen. Nicht durch Willenskraft, sondern durch wiederholte Erfahrung des eigenen Reflexes:
- „Ich spüre den Widerstand – und ich kenne ihn.“
- „Es ist unangenehm, aber nicht gefährlich.“
- „Ich treffe jetzt eine bewusste Entscheidung – und handle.“
Dieses Muster – Impuls erkennen, einordnen, handeln – ist das Deeskalations-Potenzial, das sich direkt in den Berufsalltag überträgt.
Ataraxia: Ruhe im Sturm – die stoische Komponente
In der stoischen Philosophie bezeichnet Ataraxia – wörtlich: Unerschütterlichkeit – jenen Zustand innerer Klarheit, der nicht von äußeren Ereignissen abhängt. Nicht Gleichgültigkeit, nicht Taubheit. Sondern die Fähigkeit, auch unter maximaler Erregung klar zu entscheiden.
Marc Aurel schrieb in seinen Selbstbetrachtungen sinngemäß: Du kannst nicht kontrollieren, was auf dich zukommt. Du kannst kontrollieren, wie du darauf reagierst.
Kältetraining ist die körperbasierte Übung für genau diesen Grundsatz. Das kalte Wasser kommt – das ist unveränderlich. Was trainierbar ist: die Reaktion darauf. Wer unter Kältestress ruhig atmet, statt zu hyperventilieren, trainiert keine Ausdauer – er trainiert emotionale Regulationsfähigkeit unter physiologischem Stress.
Ruhe im Sturm ist keine Charaktereigenschaft. Sie ist erlernbares Verhalten – und kontrollierte Kälteexposition ist einer der effizientesten Wege, es körperlich zu verankern.
Das bildet das konzeptuelle Fundament der Gladiator Mind-Methodik: stoische Grundhaltung, neurophysiologisch verankert.
Was Selbstschutz für Mitarbeiter wirklich bedeutet
Selbstschutz in professionellen Belastungssituationen bedeutet nicht, Konflikte gewinnen zu wollen. Es bedeutet:
- Die eigene Stressreaktion rechtzeitig zu erkennen – bevor sie die Handlungsfähigkeit einschränkt.
- Körpersignale als Frühwarnsystem zu nutzen, statt sie zu unterdrücken.
- In kritischen Momenten bewusst zwischen Reflex und Entscheidung zu trennen.
- Distanz zu schaffen, Grenzen zu kommunizieren und Hilfe zu organisieren – ohne Selbstverlust.
Kältetraining ist dabei kein Ersatz für strukturelle Schutzmaßnahmen, Deeskalationsschulungen oder betriebliche Gefährdungsbeurteilungen. Es ist ein individuelles Werkzeug zur Nervensystemregulation – für die Momente, in denen Standardroutinen nicht mehr ausreichen.
Atemregulation als Deeskalations-Potenzial
Wenn das kalte Wasser trifft, passiert mit der Atmung fast immer dasselbe: ein kurzer Stopp, dann Hyperventilation im oberen Brustraum. Das autonome Nervensystem ist vollständig im Sympathikus-Modus.
Wer in diesem Moment beginnt, die Ausatmung bewusst zu verlängern – nicht erzwungen, sondern geführt –, setzt einen parasympathischen Gegenimpuls. Herzfrequenz und Blutdruck sinken messbar. Die kognitive Verarbeitungsbreite erweitert sich wieder. Dieser Mechanismus bekannt als respiratorische Sinusarrhythmie (RSA) – ist in der Psychophysiologie gut belegt und wird in der Notfallpsychologie, der Traumatherapie und im Leistungssport gezielt eingesetzt.
Im Kontext der Gewaltprävention bedeutet das für Einsatzkräfte:
- Sie erkennen früher, dass ihr Körper in Alarmbereitschaft geht.
- Sie können gezielt gegensteuern – durch Atemführung, Haltung, Bewegung.
- Sie gewinnen in der Konfliktsituation den entscheidenden Moment der Klarheit zurück.
Was das konkret in einer eskalierten Kundensituation bedeutet – welche Handlungsoptionen in welcher Phase greifen –, lesen Sie im Artikel Handlungskreislauf bei Gewalt gegen Mitarbeiter.
Pragmatischer Einstieg ohne Aufwand
Es braucht kein Eisbad, kein Trainingslager, kein Equipment. Ein realistischer Einstieg:
Übungsprotokoll: Einstieg in drei Schritten
- Duschen Sie wie gewohnt warm – vollständig.
- Drehen Sie am Ende das Wasser für 20–30 Sekunden so kalt wie möglich.
- Beobachten Sie ohne Bewertung: Was verändert sich im Körper? Wie reagiert die Atmung? Welcher Impuls meldet sich zuerst?
Die Beobachtung ist dabei ebenso wichtig wie die Kälte selbst. Es geht nicht ums Durchhalten, sondern um Körperwahrnehmung. Nach einigen Wochen regelmäßiger Praxis berichten viele Teilnehmende meiner Trainings:
- Sie erkennen ihren inneren Alarm früher – unter der Dusche und im Dienst.
- Sie fühlen sich Stresssituationen gegenüber weniger ausgeliefert.
- Sie finden in kritischen Situationen eher den Moment, in dem sie bewusst handeln können.
„Ich spüre die Anspannung. Ich kenne sie. Und ich entscheide jetzt, was ich tue.“
Das Trainingssystem dahinter: Gladiator Mind
Das hier beschriebene Kältetraining ist kein isolierter Ansatz. Es ist ein Trainingsbaustein im Gewaltpräventions- und Selbstschutzkonzept „Gladiator Mind“
Im Trainingssystem arbeiten wir systematisch an:
- Stresswahrnehmung und Interozeption (Körpersignal-Kompetenz)
- Atemregulation unter physiologischem Druck
- Freeze-Überwindung und Entscheidungsfähigkeit in Eskalationsphasen
- Deeskalations-Potenzial durch emotionale Regulationsfähigkeit
- Langfristige Resilienz für Einsatzkräfte in dauerhaft belastenden Umfeldern
Die stoische Grundhaltung Ataraxia, Ruhe im Sturm verbindet alle Bausteine konzeptuell. Nicht als Philosophie-Seminar, sondern als körperlich verankerte Haltung, die im Ernstfall trägt.
So wirkt es nicht als Trend.
Nicht als Lifestyle.
Nicht als Theorie.
Sondern als strukturiertes, übertragbares Trainingsprinzip.
Einbettung in Gewaltprävention, Deeskalation und Selbstschutz
Die Trainingsarbeit, die ich seit über 25 Jahren für Behörden, Kliniken, sozialen Einrichtungen, KRITIS-Bereichen und Sicherheitsdiensten leiste, folgt einem durchgehenden Ansatz:
- Selbstschutz: Eigene Grenzen präzise wahrnehmen – und schützen, bevor eine Situation eskaliert.
- Deeskalation: Konflikte sprachlich und körpersprachlich entschärfen solange der Sicherheitsrahmen das erlaubt.
- Mentale Gewaltprävention: Angst, Stress und Nachwirkungen so verarbeiten, dass Einsatzkräfte langfristig arbeitsfähig und gesund bleiben.
Kältetraining ist ein Auszug aus diesen Trainings übertragbar in den individuellen Alltag, ohne Seminarraum und ohne Trainingspartner.
Warum dauerhafter Belastung ohne gezielte Gegenmaßnahmen das Nervensystem langfristig schadet und welche Konsequenzen das für die Arbeitsfähigkeit ganzer Teams hat, lesen Sie im Artikel Arbeitsplatz-Angst stoppen: Mentale Gewaltprävention 2026.
Die Verbindung zwischen Körperwahrnehmung, Vagusnerv-Regulation und langfristiger Resilienz für Einsatzkräfte beschreibe ich im Artikel Resilienz in der Gewaltprävention für Behörden.
Klare Einordnung: Was dieses Training leistet und was nicht
Ich bin Praktiker, kein Mediziner. Deshalb ist eine präzise Einordnung wichtig:
- Kältetraining ersetzt keine ärztliche Behandlung, keine Psychotherapie und kein betriebliches Traumamanagement.
- Es ist kein Instrument zur Behandlung von Angststörungen oder Burn-out – sondern ein prophylaktisches Trainingselement für Menschen, die unter regelmäßiger Belastung arbeiten.
- Die beschriebenen Wirkmechanismen – Noradrenalin-Ausschüttung, Sympathikus-Aktivierung, RSA/Vagusnerv-Regulation – sind aus neurophysiologischer und psychophysiologischer Forschung bekannt. Ich übersetze diese Erkenntnisse in praxistaugliche Trainingsformate, ohne medizinische Diagnosen zu stellen.
- Die Aussage zur Interozeptionsverbesserung basiert auf meiner Praxiserfahrung, nicht auf einer direkten Vergleichsstudie für diesen spezifischen Kontext.
Für viele Mitarbeitende in belastenden Berufsfeldern ist die kalte Dusche der erste, konkrete Schritt aus der Passivität: Ich kann etwas tun. Ich bin meiner Stressreaktion nicht ausgeliefert.
Handlungssicherheit beginnt vor dem Ernstfall
Bevor jemand in einer realen Bedrohungssituation klar handeln kann, muss er wissen, wie sein Körper unter Stress reagiert. Wie die Atmung kippt. Wie der Kopf Ausreden baut. Wie der Freeze-Impuls sich anfühlt – und wie er sich überwinden lässt.
Der Dreh am Wasserhahn ist nicht die Lösung. Er ist der Beginn. Ein täglich wiederholbarer Moment, in dem Einsatzkräfte lernen, eine bewusste Entscheidung gegen ihren ersten Reflex zu treffen.
Das ist der Kern von Selbstschutz, Deeskalation und mentaler Gewaltprävention: nicht die perfekte Technik, sondern die Fähigkeit, in entscheidenden Momenten handlungsfähig zu bleiben – für sich selbst und für andere.
Handlungssicherheit unter Druck: Trainings für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kundenkontakt
Ob Rathaus, Jobcenter, Klinik, ÖPNV, Einzelhandel oder Sicherheitsdienst – wenn der Stress kommt, zählt nicht die Theorie, sondern die innere Klarheit. Wir entwickeln passgenaue Konzepte, die Ihre Teams auf reale Belastungssituationen vorbereiten.
✓ Stressphysiologie & Interozeption
Vom Handlungskreislauf bei Gewalt bis zur Vagusnerv-Regulation: Ihre Mitarbeitenden lernen, Körpersignale als Frühwarnsystem zu nutzen.
✓ Deeskalation & Selbstschutz
Praxistraining für reale Eskalationsphasen: Wann deeskalieren? Wann Grenzen setzen? Wann Hilfe holen? Klare Handlungsoptionen statt Überforderung.
✓ Resilienz für Einsatzkräfte
Langfristige Arbeitsfähigkeit statt Notfallpflaster: Stress-Loops durchbrechen, Nervensystem stabilisieren, Deeskalations-Potenzial aufbauen.
Gewaltprävention & Selbstschutz in allen Sektoren:
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Grundlagen & Konzepte:
- Gewalt verstehen: Grundlagen der Prävention
- Selbstschutz im Berufsalltag: Wenn Deeskalation nicht reicht
- Handlungskreislauf bei Gewalt gegen Mitarbeitende
- Stress-Loops & Glaubenssätze durchbrechen
- Der Mensch im Mittelpunkt der Gewaltprävention
Rechtliche Grundlagen:
- KRITIS-Dachgesetz 2026: Physische Resilienz als Pflicht
- Arbeitsschutz & Gewaltprävention: Rechtliche Grundlagen
- Organisationsverschulden: Haftungsrisiken vermeiden
Mentale Strategien:
- Gladiator Mind: Stoische Prinzipien für Hochstress-Situationen
- Arbeitsplatz-Angst stoppen: Mentale Gewaltprävention
- Resilienz in der Gewaltprävention: Praxis für Behörden
Weitere branchenspezifische Leitfäden:
Externe Quellen & Gesetzestexte:
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) § 5: Beurteilung der Arbeitsbedingungen
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) § 12: Unterweisung
- BMI: Kritische Infrastrukturen (KRITIS) – Übersicht
- DGUV: Gewalt vermeiden – Branchenübergreifende Prävention
- DGUV Information 207-019: Gewaltprävention in der Abfallwirtschaft (PDF)
- BMAS: Arbeitsschutz & Gefährdungsbeurteilung
- OSHA: Healthcare Workplace Violence Prevention (USA)
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag dient der Information über den Stand der öffentlichen Diskussion und Quellenlage (Stand: 15.02.2026). Er stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu BSI-KritisV, KRITIS-Dachgesetz, Arbeitsschutz und Haftungsfragen wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für IT-Recht, Verwaltungsrecht oder Arbeitsrecht bzw. an die zuständige Aufsichtsbehörde (z.B. BSI, Gewerbeaufsicht, Berufsgenossenschaften).
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