+49 175-6000328 info@guenther-pfeifer.de

Vorkonfliktphase in der Gewaltprävention: Wie Täter Situationen und potenzielle Verwundbarkeit wahrnehmen

Gewalt beginnt nicht zwingend mit dem ersten Schlag, einer offenen Drohung oder einer lautstarken Eskalation. In vielen Situationen existiert bereits vorher eine Phase, in der Menschen ihre Umgebung wahrnehmen, andere Personen einschätzen, Distanz verändern, Gelegenheiten bewerten oder erste Grenzen überschreiten.

Für die Gewaltprävention ist diese Vorkonfliktphase besonders interessant. Denn solange eine Situation noch nicht offen eskaliert ist, bestehen häufig mehr Handlungsmöglichkeiten: Abstand kann verändert, Unterstützung hinzugezogen, eine Position gewechselt, eine Grenze formuliert oder eine Situation verlassen werden.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass jede Gewalttat vorhersehbar wäre. Es bedeutet ebenso wenig, dass Betroffene durch Körpersprache oder fehlende Aufmerksamkeit einen Übergriff verursachen. Verantwortung für eine Gewalttat trägt die Person, die Gewalt ausübt.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Wie erkenne ich einen Täter?“

Sondern:

„Welche Veränderungen einer Situation kann ich wahrnehmen – und welche sicheren Handlungsmöglichkeiten habe ich, bevor aus einer unklaren Situation ein offener Konflikt wird?“

Die Vorkonfliktphase

Wahrnehmen → Situation einordnen → Distanz bewerten → Veränderungen erkennen → Handlungsmöglichkeiten schaffen → entscheiden

Professionelle Gewaltprävention versucht nicht, Menschen anhand einzelner Merkmale als Täter zu identifizieren. Sie stärkt Situationswahrnehmung und Handlungssicherheit, bevor eine offene Eskalation entsteht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum Täterwahrnehmung für Gewaltprävention relevant ist
  2. Was mit Vorkonfliktphase gemeint ist
  3. Was Täterinterviews über Wahrnehmung und Opferauswahl zeigen können
  4. FBI Behavioral Analysis: Warum Täterinterviews geführt werden
  5. Grayson & Stein: Nonverbale Signale und wahrgenommene Verwundbarkeit
  6. Neuere Forschung: Gangbild, Körpersprache und Psychopathie
  7. Welche Signale wahrgenommen werden können
  8. Aufmerksamkeit, Raumwahrnehmung und Gelegenheit
  9. Grenzen testen: Was belegt ist – und was nicht
  10. Praxisbeispiele aus Training und Alltag
  11. Klare Grenzen ohne unnötige Provokation
  12. Selbstschutz ohne Victim Blaming
  13. Was die deutsche Polizei zu Raub- und Bedrohungssituationen empfiehlt
  14. Bedeutung für Behörden, Gesundheitswesen und KRITIS
  15. Warum individuelle Aufmerksamkeit allein nicht reicht
  16. Fachliche Grenzen der Forschung
  17. Fazit
  18. Häufige Fragen zur Vorkonfliktphase

1. Warum Täterwahrnehmung für Gewaltprävention relevant ist

Gewaltprävention beschäftigt sich häufig mit dem sichtbaren Konflikt: Eine Person wird laut, droht, beleidigt oder greift körperlich an. Für professionelles Training ist jedoch auch die Zeit davor relevant.

Eine Person kann ihre Umgebung beobachten. Sie kann feststellen, wer allein ist, welche räumlichen Möglichkeiten bestehen, wie andere Menschen auf Annäherung reagieren oder ob eine Situation unbeobachtet erscheint.

Daraus darf kein starres Tätermodell konstruiert werden. Nicht jeder Täter plant eine Tat und nicht jede Gewalttat beginnt mit einer bewussten Opferauswahl. Gewalt kann impulsiv, situativ, gruppendynamisch, beziehungsbezogen oder zielgerichtet entstehen.

Trotzdem ist die Frage nach der Wahrnehmung einer Situation relevant. Das amerikanische FBI berücksichtigt in seiner Behavioral Analysis beispielsweise unter anderem Motivation, Opferauswahl, Handlungen und den Ablauf eines Delikts.

Für die Prävention lässt sich daraus eine wichtige Trennung ableiten:

  • Wir versuchen nicht, anhand des Aussehens einen Täter zu erkennen.
  • Wir beobachten Verhalten und Veränderungen einer Situation.
  • Wir bewerten räumliche und situative Risiken.
  • Wir erhalten möglichst früh eigene Handlungsmöglichkeiten.

2. Was mit Vorkonfliktphase gemeint ist

Der Begriff Vorkonfliktphase bezeichnet hier die Phase vor einer offenen Eskalation. Sie ist kein allgemeingültiges kriminalpsychologisches Stufenmodell, sondern eine praktische Struktur für Gewaltprävention und Handlungstraining.

Die Vorkonfliktphase kann beispielsweise beinhalten:

  • Situations- und Raumwahrnehmung,
  • Veränderungen im Verhalten einer Person,
  • wiederholte Annäherung,
  • Unterschreiten persönlicher Distanz,
  • Fixierung oder auffällige Beobachtung,
  • verbale Provokationen,
  • erste Regel- oder Grenzverletzungen,
  • Veränderung von Flucht- oder Rückzugsmöglichkeiten.

Keines dieser Merkmale beweist für sich genommen eine bevorstehende Gewalttat. Relevant wird vielmehr die Gesamtsituation.

Genau deshalb sollte Gewaltprävention nicht mit vermeintlicher „Menschenkenntnis“ verwechselt werden. Professioneller ist es, beobachtbares Verhalten von Interpretation zu trennen.

„Wir müssen nicht wissen, was ein Mensch denkt, um wahrzunehmen, dass sich eine Situation verändert.“

— Günther Pfeifer

3. Was Täterinterviews über Wahrnehmung und Opferauswahl zeigen können

Ein wichtiger Zugang zur Erforschung von Gewalt besteht darin, verurteilte Täter zu ihrem Verhalten zu befragen.

Täterinterviews können Hinweise darauf geben, wie eine Person rückblickend ihre Tat erklärt, wie sie eine Situation wahrgenommen hat, welche Faktoren für ihre Entscheidung eine Rolle spielten und warum eine bestimmte Person oder Situation in den Fokus geraten ist.

Diese Aussagen müssen jedoch kritisch bewertet werden.

Ein Täter kann:

  • Verantwortung verschieben,
  • sein Verhalten nachträglich rationalisieren,
  • Erinnerungen verzerrt wiedergeben,
  • bestimmte Aspekte verschweigen,
  • oder seine Tat im Nachhinein anders darstellen.

Täterinterviews sind deshalb keine direkte Wahrheit über „die Täterlogik“. Sie stellen eine Datenquelle dar, die mit Fallinformationen, Forschung und weiteren Erkenntnissen abgeglichen werden muss.

Genau diese vorsichtige Betrachtung ist für Gewaltprävention wichtig. Ein einzelner Täterbericht darf niemals zum universellen Muster für alle Konflikte oder Gewalttaten erklärt werden.

4. FBI Behavioral Analysis: Warum Täterinterviews geführt werden

Das Federal Bureau of Investigation (FBI) führt im Rahmen seiner Behavioral Analysis seit vielen Jahren Interviews mit verurteilten Gewaltstraftätern durch.

Ziel ist nicht, Schuld oder Unschuld zu klären. Diese steht bei den befragten verurteilten Personen bereits fest. Die Fachleute wollen vielmehr besser verstehen, warum bestimmte Handlungen durchgeführt wurden und wie Täter Situationen, Opfer und ihre eigenen Entscheidungen beschreiben.

Das FBI weist selbst darauf hin, dass von Tätern keine vollständige Wahrheit erwartet werden kann. Gerade deshalb werden sowohl Aussagen als auch Widersprüche betrachtet.

Die Behavioral Analysis Units analysieren bei konkreten Fällen unter anderem:

  • Motivation,
  • Opferauswahl,
  • Verhaltensweisen des Täters,
  • Grad der Planung,
  • Beziehung zwischen Täter und Tat,
  • und die Abfolge relevanter Ereignisse.

Für Gewaltprävention ist daran besonders interessant, dass Opferauswahl und Situationsbewertung als relevante Bestandteile kriminellen Verhaltens untersucht werden – ohne daraus zu schließen, dass jede Gewalttat nach einem einheitlichen Schema abläuft.

Externe Quelle: FBI – Behavioral Interview Program

Weitere FBI-Information: FBI – Behavioral Analysis

5. Grayson & Stein: Nonverbale Signale und wahrgenommene Verwundbarkeit

Eine der bekanntesten Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen nonverbalem Verhalten und wahrgenommener Verwundbarkeit stammt von Betty Grayson und Morris I. Stein.

In ihrer 1981 veröffentlichten Studie Attracting Assault: Victims’ Nonverbal Cues wurden Gefängnisinsassen, die wegen Gewaltdelikten verurteilt worden waren, Videoaufnahmen von Menschen gezeigt.

Die Inhaftierten sollten einschätzen, welche Personen sie eher als mögliche Opfer auswählen würden. Anschließend analysierten die Forschenden Unterschiede im nonverbalen Bewegungsverhalten der gezeigten Personen.

Die Studie deutete darauf hin, dass bei solchen Bewertungen nicht ausschließlich offensichtliche Merkmale wie Körpergröße oder Geschlecht eine Rolle spielen. Auch Bewegungsabläufe und nonverbale Hinweise konnten die Einschätzung beeinflussen.

Gerade diese Untersuchung wird in Selbstschutzkonzepten häufig sehr weit interpretiert. Wissenschaftlich sauberer ist eine zurückhaltende Aussage:

Bestimmte nonverbale Bewegungsmuster können die Wahrnehmung von Verwundbarkeit beeinflussen.

Die Studie beweist dagegen nicht:

  • dass Täter immer dieselben Signale suchen,
  • dass sich ein potenzielles Opfer eindeutig am Gangbild erkennen lässt,
  • oder dass durch eine bestimmte Körperhaltung ein Angriff verhindert werden kann.

Studie: Grayson & Stein (1981): Attracting Assault: Victims’ Nonverbal Cues

6. Neuere Forschung: Gangbild, Körpersprache und Psychopathie

Die Frage, ob manche Menschen Verwundbarkeit anhand nonverbaler Signale besonders gut einschätzen können, wurde später erneut wissenschaftlich untersucht.

Book, Costello und Camilleri veröffentlichten 2013 eine Studie mit 47 inhaftierten Männern aus einer kanadischen Hochsicherheitsanstalt.

Den Teilnehmern wurden kurze Videoaufnahmen gehender Personen gezeigt. Anschließend sollten sie deren Verwundbarkeit einschätzen.

Die Forschenden fanden einen Zusammenhang zwischen höheren Werten bestimmter interpersoneller und affektiver Psychopathie-Merkmale und einer höheren Genauigkeit bei der Einschätzung von Verwundbarkeit. Personen mit höheren entsprechenden Werten verwiesen bei ihren Bewertungen außerdem häufiger auf Merkmale des Gangbildes.

Das ist ein interessanter Befund. Er darf jedoch nicht verallgemeinert werden.


Wichtig für die wissenschaftliche Einordnung

Die Studie zeigt einen statistischen Zusammenhang innerhalb einer bestimmten untersuchten Gruppe. Sie zeigt nicht, dass Menschen mit psychopathischen Merkmalen grundsätzlich gewalttätig sind oder dass Gewalttäter potenzielle Opfer zuverlässig anhand ihres Gangbildes erkennen können.

Studie: Book, Costello & Camilleri (2013): Psychopathy and Victim Selection – The Use of Gait as a Cue to Vulnerability

Eine spätere Untersuchung beschäftigte sich ebenfalls mit Psychopathie-Merkmalen, nonverbaler Wahrnehmung und der Einschätzung von Verwundbarkeit. Auch diese Forschung unterstreicht, dass das Thema komplexer ist als die einfache Vorstellung, ein Täter könne Menschen wie mit einem „Radar“ zuverlässig als Opfer erkennen.

Weiterführende Forschung: Psychopathy and Victim Selection: Does Nonverbal Decoding or Empathy Impact Vulnerability Ratings?

7. Welche Signale wahrgenommen werden können

Menschen nehmen innerhalb kürzester Zeit zahlreiche nonverbale Informationen voneinander wahr. Dazu gehören beispielsweise Körperhaltung, Geschwindigkeit, Bewegungsrichtung, Blickverhalten, Distanz und Reaktion auf Annäherung.

Für die Gewaltprävention können daher unter anderem folgende Beobachtungsbereiche relevant sein:

  • Aufmerksamkeit: Wird die Umgebung wahrgenommen oder ist eine Person vollständig abgelenkt?
  • Bewegung: Wirkt das Bewegungsverhalten zielgerichtet oder orientierungslos?
  • Distanz: Wird persönlicher Abstand respektiert oder wiederholt unterschritten?
  • Positionierung: Entstehen ungünstige räumliche Positionen, beispielsweise an Engstellen oder ohne einfachen Rückzugsweg?
  • Reaktion: Wie verändert sich eine Situation, nachdem eine Grenze gesetzt oder Abstand hergestellt wurde?

Wichtig ist dabei: Diese Merkmale sind keine Täterdiagnostik.

Eine Person, die näher kommt, kann lediglich nach dem Weg fragen. Ein Mensch, der andere beobachtet, kann auf jemanden warten. Eine nervöse Bewegung kann Stress, Unsicherheit oder viele andere Ursachen haben.

Professionelle Gewaltprävention arbeitet deshalb nicht mit einzelnen vermeintlichen „Täterzeichen“, sondern mit Situation, Verhalten, Kontext und Veränderung.

Vertiefung:
Warum Wahrnehmung unter Stress trainiert werden sollte und wie daraus Handlungssicherheit entsteht, erläutert der Fachbeitrag Gewaltprävention und Handlungssicherheit im Training
.

8. Aufmerksamkeit, Raumwahrnehmung und Gelegenheit

Für die Vorkonfliktphase spielt nicht nur Körpersprache eine Rolle. Ebenso wichtig ist die Frage, wie viel von einer Situation überhaupt wahrgenommen wird.

Wer auf ein Smartphone konzentriert ist, Kopfhörer trägt oder sich ausschließlich auf eine Tätigkeit fokussiert, nimmt Veränderungen der Umgebung möglicherweise später wahr.

Auch daraus darf kein Victim Blaming entstehen.

Unaufmerksamkeit verursacht keine Gewalttat.

Für Selbstschutz und Handlungssicherheit kann es trotzdem sinnvoll sein, in bestimmten Situationen bewusst wahrzunehmen:

  • Wo befinden sich andere Menschen?
  • Wo sind Ausgänge oder sichere Bereiche?
  • Verändert jemand wiederholt seine Position in meine Richtung?
  • Habe ich ausreichend Abstand?
  • Kann ich Unterstützung erreichen?
  • Kann ich die Situation verlassen, bevor sie eskaliert?

Diese Form von Aufmerksamkeit bedeutet keine permanente Alarmbereitschaft. Ziel ist keine Angst, sondern Orientierung.

Genau hier besteht eine Verbindung zu einem weiteren Ansatz meiner Arbeit: Sicherheit entsteht nicht ausschließlich durch körperliche Techniken, sondern durch Wahrnehmung, Bewertung, Entscheidung und Handlung.

Passend dazu:
Den Zusammenhang zwischen biologischen Stressreaktionen, innerer Ruhe und Handlungssicherheit behandle ich im Beitrag Gewaltprävention, Biologie und Ataraxia in Behörden
.

9. Grenzen testen: Was belegt ist und was nicht

In Selbstschutztrainings wird häufig davon gesprochen, Täter würden einen sogenannten Grenztest durchführen.

Gemeint ist damit beispielsweise:

  • bewusst zu nahe kommen,
  • eine kleinere Provokation,
  • ein scheinbar beiläufiges Anrempeln,
  • eine beleidigende Bemerkung,
  • eine Forderung,
  • oder das bewusste Ignorieren einer gesetzten Grenze.

Als praktische Beschreibung einzelner Situationen kann dieser Begriff hilfreich sein.

Nicht wissenschaftlich sauber wäre jedoch die pauschale Behauptung, jeder Täter würde immer nach einem festen Ablauf handeln:

Ziel erkennen → Grenze testen → Angriff ausführen.

Gewalt ist dafür zu unterschiedlich.

Ein Raubdelikt kann anders verlaufen als Beziehungsgewalt. Eine impulsive Auseinandersetzung unterscheidet sich von vorbereiteter zielgerichteter Gewalt. Eine alkoholbedingte Eskalation ist nicht mit einem geplanten Übergriff gleichzusetzen.

Deshalb sollten wir Grenztests als mögliche beobachtbare Verhaltensweise betrachten – nicht als universelles Gesetz der Täterauswahl.

Nonverbale Signale können beeinflussen, wie eine Person als verwundbar oder als potenzielles Ziel wahrgenommen wird. Daraus folgt jedoch weder, dass Betroffene einen Übergriff verursachen, noch dass selbstbewusstes Auftreten zuverlässig vor Gewalt schützt. Verantwortung für die Tat bleibt immer bei der gewaltausübenden Person.

10. Praxisbeispiele aus Training und Alltag

Die folgenden Beispiele sind hypothetische Trainingssituationen. Sie dienen dazu, die praktische Bedeutung der Vorkonfliktphase zu verdeutlichen und beschreiben keine konkreten Personen oder realen Kundenfälle.

Praxisbeispiel 1: Unklare Situation am Bahnhof

Eine Person wartet abends an einem Bahnhof. Ein Unbekannter steht zunächst einige Meter entfernt. Nach einiger Zeit verändert er mehrfach seine Position und kommt zunehmend näher.

Noch liegt keine eindeutige Bedrohung vor.

Trotzdem kann die wahrgenommene Veränderung Anlass sein, die eigene Situation neu zu bewerten.

Statt zu warten, bis geklärt ist, „ob der Mann etwas vorhat“, können bereits sichere Handlungsoptionen genutzt werden:

  • Position verändern,
  • in einen besser einsehbaren Bereich gehen,
  • Nähe zu anderen Menschen herstellen,
  • Abstand vergrößern,
  • gegebenenfalls Personal oder Polizei ansprechen,
  • die Situation verlassen.

Das Trainingsziel lautet nicht: „Erkenne den Täter.“

Das Trainingsziel lautet:

„Erkenne eine Veränderung und verschaffe dir Handlungsmöglichkeiten.“

Praxisbeispiel 2: Bürgerkontakt in einer Behörde

Ein Bürger kommt wegen einer Entscheidung in ein Amt. Zunächst spricht er sachlich. Während des Gesprächs wird er lauter, lehnt sich zunehmend über den Tisch, unterbricht die Beschäftigte mehrfach und ignoriert die Aufforderung, Abstand zu halten.

Auch hier ist nicht die Frage entscheidend, ob die Person „gefährlich aussieht“.

Relevanter sind beobachtbare Veränderungen:

  • Lautstärke steigt,
  • Distanz wird reduziert,
  • Kommunikation wird zunehmend einseitig,
  • Grenzen werden nicht akzeptiert,
  • körperliche Aktivierung wird sichtbar.

In einer professionell vorbereiteten Organisation existiert dafür ein abgestuftes Vorgehen: klare Ansprache, Distanz, Kolleginnen oder Kollegen hinzuziehen, Alarmierungsmöglichkeiten, Rückzugswege und definierte Abbruchkriterien.

Der Beschäftigte muss nicht erst warten, bis eine körperliche Attacke erfolgt.

Praxisbeispiel 3: Die scheinbar kleine Grenzüberschreitung

Eine unbekannte Person kommt in einem öffentlichen Raum ungewöhnlich nahe. Nachdem Abstand hergestellt wurde, rückt sie erneut nach.

Eine einzelne Annäherung kann zufällig sein.

Wiederholtes Ignorieren einer klar erkennbaren Distanzveränderung verändert dagegen die Situation.

Im Training lässt sich genau das reflektieren:

Was habe ich beobachtet? Was interpretiere ich nur? Welche sichere Möglichkeit habe ich jetzt?

Diese drei Fragen verhindern sowohl unnötige Panik als auch gefährliches Abwarten.

11. Klare Grenzen ohne unnötige Provokation

Selbstbehauptung bedeutet nicht, Dominanz zu demonstrieren.

In einer möglichen Vorkonfliktphase kann eine Grenze beispielsweise lauten:

  • „Bitte bleiben Sie dort stehen.“
  • „Halten Sie bitte Abstand.“
  • „Ich möchte nicht, dass Sie näher kommen.“
  • „Das Gespräch ist an dieser Stelle beendet.“

Ob eine verbale Grenze sinnvoll ist, hängt immer von der konkreten Situation ab. Bei einer hohen Gefährdung kann es sicherer sein, ohne weitere Diskussion Distanz aufzubauen, Hilfe zu holen oder die Situation zu verlassen.

Die DGUV empfiehlt für sich anbahnende Konfliktsituationen unter anderem klare und kurze Aussagen, eine ruhige Stimme, ausreichende Distanz und ein selbstbewusstes, aber nicht provozierendes Auftreten. Wird eine Person zunehmend aggressiver, sollte die eigene Sicherheit im Mittelpunkt stehen und – soweit möglich – die Situation verlassen beziehungsweise Hilfe hinzugezogen werden.

Externe Quelle: DGUV Arbeit & Gesundheit – Gewalt verhindern

Handlungsalternative:
Wie Ärger, Grenzen und Konflikte sprachlich bearbeitet werden können, ohne mit Drohung oder Einschüchterung zu reagieren, erläutert der Beitrag Gewaltfreie Konfliktkommunikation in der Täterarbeit
.

12. Selbstschutz ohne Victim Blaming

Gerade bei Themen wie Körpersprache, Aufmerksamkeit und Opferauswahl muss die fachliche Trennlinie eindeutig sein.

Wenn ein Täter eine Person als vermeintlich verletzlich wahrnimmt, trägt nicht die wahrgenommene Person die Verantwortung für die Entscheidung des Täters.

Auch ein unaufmerksamer Mensch besitzt selbstverständlich das Recht, nicht angegriffen zu werden.

Eine Person darf:

  • ängstlich wirken,
  • unsicher sein,
  • körperlich schwächer sein,
  • abgelenkt sein,
  • eine Gefahr falsch einschätzen,
  • nicht reagieren,
  • oder in einer Stresssituation erstarren.

Nichts davon legitimiert Gewalt.

Vertiefung zur Stressreaktion:
Warum Menschen in akuten Bedrohungssituationen nicht immer kämpfen oder fliehen, sondern auch erstarren können, erläutert der Beitrag Freeze-Reaktion im Ernstfall: Wenn der Körper unter Stress nicht sofort handelt .

Selbstschutz verfolgt daher nicht das Ziel, Verantwortung auf Betroffene zu übertragen. Selbstschutz erweitert lediglich mögliche Handlungsmöglichkeiten.

Dieser Unterschied ist zentral:

Prävention reduziert Risiken – sie verteilt keine Schuld.
Die Möglichkeit, eine Situation früher wahrzunehmen oder zu verlassen, verändert nichts an der Verantwortung desjenigen, der bedroht, verletzt oder Gewalt ausübt.

Mehrere Perspektiven verbinden:
Warum professionelle Gewaltprävention Täterarbeit, Betroffenenschutz und organisatorischen Gewaltschutz nicht gegeneinander ausspielen darf, erläutert mein Grundlagenbeitrag Gewaltprävention: Täterarbeit und Betroffenenschutz zusammendenken
.

13. Was die deutsche Polizei zu Raub- und Bedrohungssituationen empfiehlt

Die Beschäftigung mit Aufmerksamkeit und Grenzsetzung darf nicht den Eindruck vermitteln, körperliche Gegenwehr sei grundsätzlich die beste Lösung.

Gerade bei Raub- oder Bedrohungssituationen kann Widerstand die eigene Gefährdung erhöhen.

Die Polizeiliche Kriminalprävention weist deshalb darauf hin, dass der Schutz von Leben und Gesundheit Vorrang besitzt.

Nach einer Tat können unter anderem wichtig sein:

  • die Polizei über 110 verständigen,
  • Zeuginnen und Zeugen ansprechen,
  • Merkmale und Ablauf möglichst früh festhalten,
  • Beweismittel nicht unnötig verändern,
  • und bei Verletzungen oder Belastungen Unterstützung in Anspruch nehmen.

Externe Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention – Informationen für Betroffene nach einem Raub

14. Bedeutung für Behörden, Gesundheitswesen und KRITIS

Die Vorkonfliktphase ist nicht nur für private Selbstschutzsituationen relevant.

Beschäftigte mit Publikums-, Kunden- oder Patientenkontakt können mit Konflikten konfrontiert werden, die sich schrittweise entwickeln.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung nennt beispielsweise Beschäftigte in Banken, Bahnen sowie Justiz- und Sozialbehörden als Tätigkeitsgruppen mit erhöhtem Risiko für externe Gewalt.

Auch Beschäftigte in:

  • Jobcentern,
  • Jugendämtern,
  • Ordnungsämtern,
  • Kliniken,
  • Pflegeeinrichtungen,
  • Rettungsdiensten,
  • Verkehrsunternehmen,
  • Energieversorgung,
  • und anderen Bereichen kritischer Infrastruktur

können Situationen erleben, in denen verbale Aggression, Bedrohung oder körperliche Gewalt entstehen.

Ein konkretes Beispiel für technische und organisatorische Schutzmaßnahmen im Gesundheitswesen behandelt außerdem der Beitrag Bodycams in der Notaufnahme: Gewaltprävention, KRITIS und organisatorische Verantwortung
.

Gerade dort reicht ein klassisches „Deeskalationstraining“ allein nicht aus.

Die Organisation muss sich ebenfalls fragen:

  • Welche Konfliktsituationen treten regelmäßig auf?
  • Welche Frühindikatoren sind betrieblich relevant?
  • Wann wird ein Gespräch beendet?
  • Wie erfolgt Alarmierung?
  • Welche Rückzugs- und Fluchtmöglichkeiten bestehen?
  • Wer unterstützt Beschäftigte?
  • Wie werden Vorfälle dokumentiert?
  • Wie fließen Erfahrungen zurück in die Gefährdungsbeurteilung?

Vom Einzelereignis zum Handlungskreislauf:
Wie Prävention, Reaktion, Nachbereitung und organisatorisches Lernen bei Gewalt gegen Beschäftigte miteinander verbunden werden können, zeigt der Beitrag Handlungskreislauf bei Gewalt gegen Mitarbeiter.

Für eine wirksame Gewaltprävention reicht es nicht aus, einzelne Vorfälle lediglich zu dokumentieren oder nachträglich zu bewerten. Entscheidend ist, aus konkreten Ereignissen systematisch zu lernen: Welche Warnzeichen waren bereits vor der Eskalation erkennbar? Welche organisatorischen Abläufe haben funktioniert? Wo bestanden Unsicherheiten, Verzögerungen oder fehlende Zuständigkeiten?

Gerade in Behörden, im Gesundheitswesen und in kritischen Infrastrukturen sollte deshalb jeder relevante Vorfall auch als Informationsquelle für die weitere Prävention verstanden werden. Erkenntnisse aus der Praxis können in Unterweisungen, Gefährdungsbeurteilungen, Alarmierungswege, Raumkonzepte und interne Schutzmaßnahmen zurückfließen.

So entsteht aus einem einzelnen Ereignis ein kontinuierlicher Lernprozess. Die individuelle Handlungssicherheit der Beschäftigten bleibt dabei wichtig, sie ist jedoch nur ein Teil des Gesamtsystems. Erst wenn personelle Kompetenz, organisatorische Strukturen und technische Schutzmaßnahmen miteinander verbunden werden, kann daraus eine belastbare Resilienz gegenüber Gewalt- und Bedrohungslagen entstehen.

KRITIS-Perspektive:
Warum Gewaltprävention in kritischen Infrastrukturen Bestandteil personeller und organisatorischer Resilienz sein kann, erläutert der Beitrag Gewaltschutzkoordinator, KRITIS und Resilienz
.

15. Warum individuelle Aufmerksamkeit allein nicht reicht

Eine problematische Entwicklung in manchen Selbstschutzkonzepten besteht darin, den Schwerpunkt fast ausschließlich auf das Verhalten einzelner Beschäftigter zu legen.

Dann entstehen Aussagen wie:

„Die Mitarbeiter müssen eben besser aufpassen.“

Das greift zu kurz.

Die DGUV betont für Gewalt am Arbeitsplatz die Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung und der daraus abzuleitenden technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Notruf- und Alarmsysteme,
  • Zugangskontrollen,
  • Flucht- und Rückzugsmöglichkeiten,
  • geeignete Raumgestaltung,
  • Vermeidung riskanter Alleinarbeit,
  • klare organisatorische Abläufe,
  • Unterweisungen,
  • Deeskalations- und Handlungstrainings.

Das entspricht einem wichtigen Grundgedanken des Arbeitsschutzes: Persönliche Kompetenz ist wertvoll, ersetzt aber keine sichere Organisation.

Der Faktor Mensch:
Gewaltprävention darf weder ausschließlich auf Technik noch ausschließlich auf individuelles Verhalten reduziert werden. Warum der Mensch trotzdem im Zentrum wirksamer Prävention steht, erläutert der Beitrag Der Mensch im Mittelpunkt der Gewaltprävention
.

Externe Quelle: DGUV – Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt

Weiterführend:DGUV – Gefährdungsbeurteilung zur Gewaltprävention nutzen

16. Fachliche Grenzen der Forschung

Forschung zur Opferauswahl und wahrgenommenen Verwundbarkeit liefert interessante Erkenntnisse. Trotzdem müssen ihre Grenzen ausdrücklich benannt werden.

Erstens: Einige der häufig zitierten Studien arbeiten mit kleinen oder speziellen Stichproben.

Zweitens: Viele Untersuchungen finden unter experimentellen Bedingungen statt. Eine Videoaufnahme eines gehenden Menschen ist nicht mit einer dynamischen realen Gewaltsituation gleichzusetzen.

Drittens: Gewalttaten unterscheiden sich erheblich. Motivation, Täter-Opfer-Beziehung, Situation, Substanzkonsum, Gruppendynamik, psychische Belastung oder Planung können völlig unterschiedlich sein.

Viertens: Aus einem statistischen Zusammenhang lässt sich keine sichere Vorhersage für eine einzelne Situation ableiten.

Deshalb wären Aussagen wie diese fachlich nicht haltbar:

  • „Täter erkennen Opfer zuverlässig.“
  • „Wer selbstbewusst läuft, wird nicht angegriffen.“
  • „Jeder Täter testet zuerst Grenzen.“
  • „Keine Gegenwehr signalisiert Zustimmung.“
  • „Wer aufmerksam ist, kann Gewalt verhindern.“

Der Mehrwert der Forschung liegt an einer anderen Stelle.

Sie zeigt, dass nonverbale Wahrnehmung, situative Bewertung und Verletzlichkeit reale Forschungsgegenstände sind und deshalb in einem fachlich verantworteten Präventionskonzept berücksichtigt werden können.

Der entscheidende Perspektivwechsel

Nicht: „Wie erkenne ich den Täter?“
Sondern: „Was verändert sich gerade – und welche sichere Handlungsmöglichkeit habe ich jetzt?“

17. Fazit: Die Vorkonfliktphase schafft Handlungsspielraum

Die Vorkonfliktphase ist ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Gewaltprävention.

Die Forschung von Grayson und Stein sowie spätere Untersuchungen von Book und weiteren Wissenschaftlern zeigen, dass nonverbale Bewegungsmuster und wahrgenommene Verwundbarkeit bei der Bewertung anderer Menschen eine Rolle spielen können.

Die Täterinterviews und Behavioral-Analysis-Arbeit des FBI zeigen gleichzeitig, dass Motivation, Opferauswahl und Verhaltensabläufe legitime Gegenstände professioneller Kriminalitätsanalyse sind.

Aber daraus folgt kein einfaches Tätermodell.

Professionelle Gewaltprävention sollte deshalb weder Angst erzeugen noch Menschen versprechen, durch eine bestimmte Körperhaltung unangreifbar zu werden.

Das Ziel ist realistischer und zugleich praktischer:

Veränderungen früh wahrnehmen. Situationen einordnen. Distanz und Umgebung berücksichtigen. Handlungsmöglichkeiten schaffen. Grenzen setzen, wenn es sinnvoll und sicher ist. Unterstützung nutzen und eine Eskalation möglichst vermeiden.

Damit entsteht ein größerer Handlungskreislauf:

Vorkonfliktphase → Konfliktphase → Nachkonfliktphase → Auswertung → Prävention

Im nächsten Beitrag dieser Serie geht es deshalb um die Konfliktphase: Was passiert, wenn eine Situation tatsächlich eskaliert? Wie verändern Stress und hohe Aktivierung Wahrnehmung, Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit – und welche Bedeutung hat das für Handlungssicherheit?

18. Häufige Fragen zur Vorkonfliktphase

Was ist die Vorkonfliktphase?

Die Vorkonfliktphase bezeichnet in diesem Beitrag den Zeitraum vor einer offenen Eskalation. In dieser Phase können Situationswahrnehmung, Distanz, Verhalten, Kommunikation und erste Grenzüberschreitungen relevant werden. Der Begriff wird hier als praktische Struktur der Gewaltprävention verwendet und nicht als universelles kriminalpsychologisches Stufenmodell.

Können Täter potenzielle Opfer an ihrer Körpersprache erkennen?

Studien zeigen, dass nonverbale Bewegungsmuster beeinflussen können, wie verwundbar eine Person eingeschätzt wird. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Täter potenzielle Opfer zuverlässig anhand ihrer Körpersprache identifizieren können.

Was zeigte die Studie von Grayson und Stein?

Grayson und Stein untersuchten, wie wegen Gewaltdelikten inhaftierte Personen Menschen anhand von Videoaufnahmen als mögliche Opfer bewerteten. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass nonverbale Bewegungsmuster bei diesen Einschätzungen eine Rolle spielen können.

Was zeigt die Studie von Book, Costello und Camilleri?

In der Studie von 2013 bewerteten 47 inhaftierte Männer kurze Videoaufnahmen gehender Personen. Höhere Werte bestimmter interpersoneller und affektiver Psychopathie-Merkmale standen mit einer höheren Genauigkeit bei der Einschätzung von Verwundbarkeit in Zusammenhang. Die Studie erlaubt jedoch keine allgemeine Aussage über sämtliche Täter oder Gewalttaten.

Führen Täter immer einen Grenztest durch?

Nein. Bestimmte Täter können Annäherung, Provokation oder Grenzüberschreitungen einsetzen und Reaktionen beobachten. Ein universelles Schema, nach dem sämtliche Gewalttaten über einen vorherigen Grenztest verlaufen, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Kann selbstbewusstes Auftreten vor Gewalt schützen?

Aufmerksamkeit, klare Kommunikation, Distanzmanagement und selbstbewusstes Auftreten können Handlungsmöglichkeiten erweitern. Sie garantieren jedoch keinen Schutz vor einem Übergriff.

Ist das Beschäftigen mit Opferauswahl Victim Blaming?

Nicht, wenn die Verantwortung eindeutig eingeordnet wird. Prävention darf untersuchen, wie Täter Situationen oder Verwundbarkeit wahrnehmen und wie Menschen ihre Handlungsmöglichkeiten verbessern können. Verantwortung für einen Übergriff bleibt trotzdem ausschließlich bei der gewaltausübenden Person.

Warum ist die Vorkonfliktphase für Behörden und KRITIS relevant?

Beschäftigte mit Publikums-, Kunden- oder Patientenkontakt können Konfliktsituationen erleben, die sich schrittweise entwickeln. Frühzeitige Wahrnehmung kann deshalb Bestandteil eines Sicherheitskonzeptes sein. Sie muss jedoch durch technische, organisatorische und personelle Maßnahmen ergänzt werden.


Quellen und weiterführende Literatur


Fachlicher und rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag beschreibt pädagogische und verhaltensorientierte Ansätze der Gewaltprävention und dient der fachlichen Information. Er stellt keine psychologische, psychotherapeutische, psychiatrische, medizinische oder rechtliche Einzelfallberatung dar. Die dargestellten gesetzlichen Regelungen dienen der allgemeinen fachlichen Orientierung. Maßnahmen im Kontext von Jugendhilfe, Kindeswohl, Jugendstrafrecht oder familiengerichtlichen Verfahren müssen unter Berücksichtigung des konkreten Einzelfalls und in Abstimmung mit den jeweils zuständigen Fachstellen beziehungsweise Behörden durchgeführt werden.

Autor & fachlicher Ansprechpartner

Günther Pfeifer

IHK-zertifizierte Fachkraft für Gewaltprävention mit über 25 Jahren Erfahrung in Risiko-Bereichen. Entwickler der Gladiator Mind-Methodik, die stoische Philosophie mit moderner Neurowissenschaft verbindet. Spezialisiert auf Behörden, KRITIS, Jobcenter, Kliniken, Rettungsdienst, ÖPNV, Einzelhandel und Flughäfen.

Ich bin Praktiker, kein Forscher. Meine Aufgabe ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in tragfähige Konzepte für reale Einsatzsituationen zu übersetzen – als Architekt, der die richtigen Fachleute zusammenbringt. Wo mein Wissen endet, beginnt mein Netzwerk.

Meine Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass der Mensch im Mittelpunkt jeder wirksamen Gewaltprävention stehen muss. Nur wer seine eigene Stressphysiologie versteht und seinem Bauchgefühl vertraut, kann unter Druck souverän bleiben.

Erfahren Sie mehr über mein modulares System der Gewaltprävention für Kritische Infrastrukturen (KRITIS), Behörden und Unternehmen.

Letzte Aktualisierung: September  2026